7 Tipps wie ihr die Fütterung zu einem Abenteuer macht und gleichzeitig die Bindung stärkt

7 Tipps wie ihr die Fütterung zu einem Abenteuer macht und gleichzeitig die Bindung stärkt | Hundeerziehung
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Von Mareike Meyer

Dem Hund einfach seinen Napf mit der täglichen Portion Futter vor die Nase zu stellen und ihn und sein Essen sich dann sich selbst zu überlasse ist natürlich sehr einfach, aber wenig spannend und bindungsfördernd. Sehr viel sinnvoller und vor allem auch spaßiger ist es, die Fütterung zu einem gemeinsamen Abenteuer zu machen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich möchte euch sieben Varianten aufzeigen, in denen euer Hund sich sein Futter in kleinen gemeinsamen Spielen erarbeitet. In der Liste findet ihr Spiele mit denen ich die Fütterung bei Loki versuche, möglichst abwechslungsreich und spannend zu gestalten.
 

Dosenöffner kann doch jeder

Die Spiele funktionieren natürlich am Besten mit Trockenfutter, aber keine Sorge, auch die Barfer oder Nassfutter-Freunde unter euch können mit den Spiele-Ideen etwas anfangen. Ihr solltet lediglich statt des Hauptfutters ein paar Leckerlies, Hundekekse oder Trainingshappen benutzen. Aber ganz wichtig dabei: denkt bitte daran, die Menge an verfütterten Kekse von der normalen täglichen Futterration abzuziehen. Sonst habt ihr im Handumdrehen einen Hund, der zwar Spaß am Erarbeiten eines Kekses hat, aber seine sportliche Figur dabei einbüßt.
 

1. Das Bällebad

Für diese Art der Fütterung benötigt ihr eine Kiste (zum Beispiel einen Wäschekorb oder einen Karton) und einige Plastikbälle. Diese Bälle bekommt ihr beispielsweise im Spielwarenladen. Es sind eigentlich Bälle für ein Bällebad für Kinder. Und dann kann es auch schon losgehen.

Füllt die Bälle in die Kiste (ich habe sie vor dem ersten Benutzen einmal mit klarem Wasser durchgespült) und verteilt eine Hand voll Kekse darin. Mischt alles gut mit der Hand durch und lasst euren Hund dabei zusehen, damit er begreift, dass da etwas leckeres in dem Bällebad ist. Wenn ihr damit fertig seid, könnt ihr eurem Hund zum Beispiel mit dem Kommando “Such” die Freigabe erteilen.
Anfangs wird euer Hund wahrscheinlich noch etwas zaghaft sein. Vor allem wenn er die Bälle nicht kennt, kann es sein dass er zögert, seinen Kopf im Bällebad zu versenken. Dann könnt ihr direkt vor seiner Nase einen weiteren Keks in das Bällebad fallen lassen oder fürs Erste ein paar Bälle herausnehmen, damit die Kekse nicht so tief unten liegen. Bei größeren Hunden solltet ihr aufpassen, dass sie die Bälle nicht direkt zerkauen.
Ihr werdet sehr schnell feststellen, dass euer Hund einen Heidenspaß dabei hat, die Bälle aus der Kiste heraus zu befördern und mit der Nase nach dem Keksen zu suchen. Und ihr werdet lächelnd dabei zusehen, wie euer Vierbeiner die bunten Bälle im ganzen Raum verteilt.
Beschäftigung für Hunde mit einem Bällebad für Kinder.
Loki muss sein Bällebad nach dem Spielen selber aufräumen.
Als kleine Erweiterung habe ich Loki an dieser Stelle auch direkt beigebracht, die Bälle nach dem Spiel wieder in die Kiste hinein zu räumen. Ich hatte nach der dritten Fütterung dieser Art einfach keine Lust mehr, hinter Loki herzuräumen und jedes Mal einige duzend Bälle einzusammeln. ‘Das kann er auch selber machen’, dachte ich mir und habe angefangen, auch daraus ein Spiel zu machen.
Dazu habe ich die Kiste direkt vor meine Füße gestellt und am Anfang immer einen der Bälle über den Boden gerollt, sodass Loki hinterher gelaufen ist und ihn mit dem Fang aufgenommen hat. Dazu habe ich das Kommando “Ball” gegeben und ihn zu mir gelockt. Dann habe ich auf die Kiste gezeigt und “Kiste” gesagt. Wenn Loki den Ball in die Kiste gelegt hat, hat er einen Keks bekommen. Wenn der Ball daneben gefallen ist, habe ich “schade” gesagt und von vorne angefangen. So hat Loki gelernt, seine Bälle auf Kommando selbstständig in die Kiste zu bringen.
Sollte das nicht auf Anhieb so gut klappen, könnt ihr eurem Hund den Ball auch mit einem “Aus” abnehmen und sofort in die Kiste fallen lassen und das dann belohnen. Euer Hund braucht am Anfang ein paar Erfolgserlebnisse, damit er versteht, dass der Ball in die Kiste gehört.
 

2. Die Futtersuche

Wie der Name schon sagt, kommt es hier darauf an, dass der Hund sich sein Futter mit der Nase ersucht. Dazu nehme ich immer einige Bröckchen seines Futters und verteile diese entweder im ganzen Haus oder auch im Garten. Wenn ihr allerdings nicht möchtet, dass euer Hund draußen nach Essen schnüffelt und eventuell sogar etwas frisst, würde ich euch empfehlen, das nur im Haus zu machen. Denn natürlich ist es für den Hund schwierig nachzuvollziehen, dass er mal draußen nach etwas Essbarem suchen darf und das dann auch fressen darf und mal nicht. Aus diesem Grund betreiben wir die Futtersuche mittlerweile nur noch im Haus, obwohl es draußen natürlich spannender ist.

Ihr versteckt bei diesem Spiel also das Futter. Das muss am Anfang gar nicht schwierig sein. Ihr könnt entweder ein Versteck oder mehrere wählen. Wichtig ist lediglich, dass ihr euch die Verstecke merkt und beobachtet, ob euer Hund alle findet.
Euer Hund wartet während ihr das Futter versteckt auf seinem Platz oder auf einer Decke. Ihr habt ihn dort zuvor hingebracht und ihm das Kommando “Bleib” gegeben. Anfangs könnt ihr euren Hund gerne dabei zusehen lassen, wie ihr sein Futter versteckt, damit er versteht, was ihr von ihm möchtet. Bei Loki bin ich mittlerweile dazu übergegangen, ihn in einem anderen Raum warten zu lassen, sodass er nicht sehen kann, wo ich sein Futter verstecke. Auf diese Weise benutzt er seine Nase mehr beim Suchen. Zuvor ist er einfach immer nur dort hingelaufen, wo ich zuvor langgegangen bin.
Stellt euch nach dem Verteilen neben euren Hund. Euer Hund ist auf eurer linken Seite und ihr wartet, bis er euch ansieht. Dann gebt ihr das Kommando “Such” und euer Hund darf loslegen. Mit dem Blick zu euch bringt ihr eurem Hund bei, dass er auf eine Freigabe von euch wartet, bevor er suchen darf. Das ist zum einen gut für den Grundgehorsam und festigt noch einmal das “Bleib”, da euer Hund lernt, abzufragen, bevor das “Bleib” aufgelöst wird.
Unter Umständen sieht euch euer Hund zwischendurch hilfesuchend an, wenn er nichts mehr findet. Dann helfen wir ihm natürlich. Immerhin geht es hierbei nicht darum, möglichst komplizierte Fährten zu erschnüffeln, sondern einfach nur gemeinsam Spaß zu haben. Deutet in die Richtung eines Versteckes, dass er noch nicht gefunden hat und sagt noch einmal “Such”.
 

3. Der Futterbeutel

Diese Methode funktioniert ganz ähnlich wie die Futtersuche, allerdings kommt das Hundefutter in diesem Fall in einen speziellen Futterbeutel. Die bekommt ihr in der Tierhandlung oder auch online (AMAZON-LINK). Unser Futterbeutel ist von der Marke Hunter. Ihr versteckt also nur den Beutel, es gibt bei der Suche somit nur ein Ziel für euren Hund und er muss euch den Beutel bringen, um an sein Futter zu kommen. Das macht es etwas schwieriger. Euer Hund lernt dabei, dass er nur zum Ziel kommt, wenn er mit euch zusammenarbeitet. Somit fördert ihr ganz automatisch eure Bindung zueinander.

Das ist am Anfang für manche Hunde wirklich schwierig. Sie sehen einfach keinen Sinn darin, dieses leckere Teil, das so verlockend riecht, herzugeben und probieren lieber mit allen möglichen anderen Methoden, den Beutel auf zu bekommen. Loki hat zum Beispiel immer den Beutel zwischen seine Vorderpfoten genommen und daran herumgezerrt, bis die Nähte gerissen sind. Das ging leider auch relativ schnell und wir hatten einen ziemlich hohen Futterbeutelverschleiß.
Ich habe dann einen kleinen Rückschritt gemacht und erst einmal am “Bring” und am “Aus” mit ihm gearbeitet. Das habe ich gemacht indem ich den Futterbeutel leer gelassen habe und die Belohnung in einer Schüssel bei mir hatte.

Ich hab dann den Beutel geworfen, Loki durfte hinterlaufen und ihn aufnehmen und

Auslastung und Fütterung mit dem Futterbeutel
Mit dem Futterbeutel lernt man ganz nebenbei das “Aus”.

sollte ihn dann zu mir bringen. Damit er das am Anfang überhaupt versteht habe ich eine Schleppleine an sein Geschirr gemacht und habe ihn gerufen. Wenn er dann nicht direkt mit dem Beutel zu mir gekommen ist, habe ich ihn an der Leine zu mir gezogen, damit er versteht, er muss mit dem Beutel zu mir kommen. Wenn er den Beutel gebracht hat, habe ich ihm das Kommando “Aus” gegeben und ihm den Beutel abgenommen.

Wenn euer Hund dann den Beutel “Aus” lässt, gibt es sofort einen Keks dafür aus der Belohnungsschale. Dazu wird natürlich ganz viel gelobt. Irgendwann habe ich dann angefangen, den Keks nach dem “Aus” auf den Beutel zu legen und Loki durfte ihn sich dort herunternehmen. Wenn das zuverlässig klappt, könnt ihr versuchen, die Kekse in den Beutel zu tun. Sollte das nicht funktionieren und euer Hund will den Beutel nicht bringen oder gibt ihn nicht her, dann geht einfach wieder einen Schritt zurück. Ob er jetzt die Kekse aus dem Beutel frisst oder sie aus eurer Hand nimmt, ist doch im Prinzip vollkommen egal. Seid bitte nicht enttäuscht, wenn das nicht auf Anhieb funktioniert. Ruft euch einfach in Erinnerung, dass es für einen Hund wirklich keinen Sinn macht, etwas her zu geben, das so verlockend riecht und wo man doch auch so gut versuchen könnte, selbst dranzukommen. Warum sollte euer Hund so einen wertvollen Schatz hergeben in der Hoffnung, dass ihr ihm nicht alles wegesst?
 

4. Der Doing

Wir nennen dieses Gerät den “Doing”, aber die offizielle Bezeichnung lautet Trixie Dog Activity Strategie-Spiel Memory Trainer. Der Hund muss einen Buzzer mit den Pfoten oder der Nase betätigen und das löst dann die Station aus, die daraufhin ein paar Kekse ausspuckt. Das Training beginnt in kleinen Schritten indem man den Buzzer anfangs direkt neben der Station stehen hat. Nach und nach kann man die Entfernung steigern. Ich stelle den Buzzer gerne ins Wohnzimmer oder in den Garten, um es etwas schwieriger zu machen. Ich muss

Beschäftigung für den Hund mit dem Memory Trainer von Trixie
Loki spielt super gerne mit dem Memory Trainer von Trixie.

allerdings alle Besitzer von größeren Hunden warnen: Bringt eurem Vierbeiner von Anfang an bei, den Buzzer mit der Nase zu bedienen und nicht mit den Pfoten. Loki ist schon nach ein paar Trainingseinheiten so enthusiastisch mit seinen Vorderpfoten auf den Buzzer gesprungen, dass dieser recht schnell kaputt gegangen ist. Ich habe den Memory Trainer dann umgetauscht, was absolut problemlos funktioniert hat und seit dem darf Loki nur noch die Nase zum Buzzern benutzen. Unser Kommandos für dieses Spiel lautet “Mach Doing!” denn der Buzzer gibt ein “Doing”-Geräusch von sich, wenn er betätigt wird.

Lokis aktueller Liebslingstrick ist übrigens, mehrmals auf den Buzzer zu drücken, damit mehr Kekse aus der Station kommen, ehe er losläuft. Eigentlich ist das nicht Sinn der Sache, aber ich kann ihm dafür nicht böse sein. Immerhin ist das wirklich sehr schlau von ihm.
 

5. Der Schnüffelkorb / Der Schnüffelteppich

Der Schnüffelkorb ist so ähnlich wie das Bällebad und lässt sich mit wenig Aufwand selber herstellen. Man braucht dafür einen Wäschekorb und eine Fleecedecke. Die Decke wird in Streifen geschnitten und diese werden dann an den Korb geknotet, sodass die Fransen nach innen hängen. Darin kann man Kekse verteilen und den Hund diese suchen lassen. Das funktioniert übrigens auch als Schnüffelteppich. Dann nimmt man anstatt des Korbes eine Spülbeckeneinlage.
 

6. Ganz Klassisch: Tricks

Wer nicht großartig etwas basteln oder kaufen möchte, kann auch einfach auf das gute alte Trickdogging zurückgreifen. Lasst euren Hund einfach ein paar Tricks oder Kunststückchen vorführen für sein Futter. Ihr werdet sehen, dass das nicht nur ihm sondern auch euch großen Spaß macht und wer weiß? Vielleicht bildet ihr da gerade einen begnadeten Zirkushund aus.
 

7. Der Kong “Wobbler”

Es gibt von Kong den sogenannten “Wobbler”. In dieses robuste Stehaufmännchen könnt ihr Kekse füllen und euer Hund schubst ihn immer wieder um, um an sein Fressen zu kommen. Loki macht das große Freude und bisher hält der “Wobbler” auch seinen wüsten Attacken stand.
 

Seid Kreativ

Nun seid ihr gefragt! Seid kreativ und denkt euch immer wieder neue Spiele aus, damit die sonst langweilige Fütterung zu einem echten Highlight wird. Mit den Spielen lastet ihr euren Hund geistig aus und fördert die Bindung. Wichtig ist noch: Lasst euren Hund niemals unbeaufsichtigt mit irgendwelchen Dingen spielen. Das ist ja auch nicht der Sinn dahinter, Spaß gemeinsam mit seinem Hund zu haben.
 
 
Viel Spaß wünschen
Mareike und Loki
 
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