Begleithundeprüfung unter Corona-Bedingungen: Das muss euer Hund können und so verlief unsere Prüfung

Das muss euer Hund können, um die Begleithundeprüfung zu bestehen.
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Von Mareike Meyer

[Fotos: Ela Kregel]

Wir haben es endlich geschafft! Loki und ich haben kürzlich, nach mittlerweile fast drei Jahren Training, unsere Begleithundeprüfung bestanden. Wieso wir so lange gebraucht haben und wie es uns am Ende trotzdem gelungen ist, alle Prüfungselemente zu bestehen, Lest ihr nachfolgend. Aber zuerst gilt es, ein paar allgemeine Dinge zur Begleithundeprüfung – kurz: BH-VT – zu erklären.
 

Was ist die Begleithundeprüfung und wozu braucht man sie?

Bei der Begleithundeprüfung soll das Verhalten in der Öffentlichkeit und der Gehorsam des Hundes getestet werden. Deshalb muss er sich während der Prüfung in verschiedenen Situationen sozialverträglich und verkehrssicher zeigen. Außerdem legt der Hundehalter eine theoretische Prüfung ab, den sogenannten Sachkundenachweis. Die Begleithundeprüfung ist Voraussetzung für die Teilnahme an Turnieren in vielen Hundesportarten. Neben dem Sachkundenachweis beinhaltet die Prüfung einen kurzen Verhaltenstest, einen Gehorsamsteil auf dem Hundeplatz und einen Straßenteil im Verkehr. Übrigens findet der Sachkundenachweis vor dem praktischen Teil statt. Wer diese theoretische Prüfung nicht besteht, darf gar nicht erst in der Praxis antreten.
 

Welche Voraussetzungen braucht man für die BH?

Wie gesagt, muss der Hundeführer zuerst sein Wissen unter Beweis stellen. Erst dann, ist der Weg für die praktische Prüfung frei. Zudem muss er Mitglied in einem Verein sein, dessen Dachverband der FCI (Fédération Cynologique Internationale) angehört. Außerdem muss der Hund mindestens 15 Monate alt sein, gechipt und eine gültige Tollwutimpfung besitzen. Und schließlich muss man noch im Besitz einer Haftpflichtversicherung sein.
 

Wo wird die Begleithundeprüfung abgenommen?

Die BH wird von prüfungsberechtigten Vereinen innerhalb des VDH (Verein für deutsches Hundewesen) angeboten. Die Prüfung findet nach der Internationale Prüfungsordnung der FCI statt. Für die Vorbereitung auf die Prüfung kann man beispielsweise einen entsprechenden Kurs in einer Hundeschule oder einem Hundesportverein besuchen. Auch Rassehundevereine bieten Begleithundekurse an.
 

Was muss der Hund für die Begleithundeprüfung können?

Generell geht es darum, dass der Hund die wichtigsten Grundkommandos kann, sowie sozialverträglich und verkehrssicher. Zu den abgefragten Kommandos gehören beispielsweise “Sitz”, “Platz”, das Bleiben, bei Fuß laufen und der Abruf. Mit Personengruppen werden Begegnungen simuliert. Der Hund sollte sich hier auf keinen Fall aggressiv zeigen oder die Leute belästigen. Im Straßenteil wird er außerdem angebunden und der Hundehalter geht außer Sicht. Auch hier sollte sich der Hund nicht aggressiv zeigen. Im Straßenteil begegnen einem außerdem unter Umständen Fahrradfahrer, Jogger oder sogar Menschen, die einen aus dem Auto heraus ansprechen. Und all das ohne Leckerli oder Spielzeug. Man darf seinen Hund zwar loben, während des Schemas ist das allerdings nur in der Grundstellung und eben ohne Leckerli oder Spielzeug erlaubt.
 

Der Sachkundenachweis

Die theoretische Prüfung besteht aus einem Fragebogen, der Aufgaben aus fünf verschiedenen Kategorien beinhaltet. Einen Teil der Fragen gibt es zum Üben auf der Webseite des DVG unter https://www.dvg-hundesport.de/home/service/fragen-zur-bhvt~1b0.de.html. Insgesamt muss man bei dem Test mindestens 70% der Fragen richtig beantworten um zu bestehen.
 

Verhaltenstest und Chipkontrolle

Bevor es für das Mensch-Hund-Team auf den Hundeplatz geht um das Schema für den Gehorsamsteil zu zeigen, wird der Chip des Hundes kontrolliert und mit den Papieren abgeglichen. Neben der Kontrolle, dass der richtige Hund startet, wird dabei ein kleiner Verhaltenstest durchgeführt. Der Hund muss es sich beispielsweise gefallen lassen, dass eine fremde Person mit einem Gerät an seinem Hals entlang fährt.
 

Gehorsam auf dem Hundeplatz

Während das eine Team sein Schema läuft, absolviert das andere Team die Ablage. Wir hatten die große Freude gemeinsam mit Kristin und Brownie auf dem Platz zu stehen.
Während das eine Team sein Schema läuft, absolviert das andere Team die Ablage. Wir hatten die große Freude gemeinsam mit Kristin und Brownie auf dem Platz zu stehen.
Auf dem Hundeplatz wird von Hund und Halter ein fest vorgeschriebenes Laufschema verlangt. Das genaue Laufschema und sehr viele weitere interessante und lehrreiche Beiträge zum Thema Begleithundeprüfung findet ihr auf dem Blog von Hundesport Nubi im Beitrag “Neue Prüfungsordnung IGP 2019 + Laufschema der Begleithundeprüfung zum Ausdrucken”In diesen Prüfungsteil geht man immer gemeinsam mit einem anderen Mensch-Hund-Team. Während das eine Team sein Schema läuft, wird beim anderen die Ablage geprüft. Dann wechseln die beiden Teams die Position. Als erstes melden sich beide bei dem Prüfer mit folgendem Satz an:

“Hundeführer/-in [Name Hundeführer] meldet sich mit Hund [Hundename] zum Gehorsamsteil der Begleithundeprüfung an.”

Wer zuerst das Schema läuft, meldet sich auch zuerst an. Das Schema sieht grob folgenden Ablauf vor (Ein Klick auf die Überschrift zeigt euch den genauen Ablauf):

  • 50 Schritte normales Tempo im Fuß geradeaus
  • Kehrtwende (Hundeführer dreht sich links herum, der Hund geht rechts herum)
  • 10-15 Schritte normales Tempo im Fuß
  • 10-15 Schritte schnelles Tempo im Fuß
  • 10-15 Schritte langsames Tempo im Fuß
  • circa 15-20 Schritte normales Tempo im Fuß bis man wieder am Startpunkt anlangt
  • 90°-Winkel nach rechts
  • 15 Schritte
  • 90°-Winkel nach rechts
  • 15 Schritte
  • Kehrtwende
  • 7 Schritte normales Tempo
  • Grundstellung (Mensch steht, Hund sitzt auf gleicher Höhe an der linken Seite des Hundeführers)
  • Nun kommt eine Personengruppe, die aus vier Menschen besteht, auf den Platz und stellen sich in einem Quadrat auf. Auf ein Zeichen des Prüfers setzt das Mensch-Hund-Team seinen Weg fort.
  • 8 Schritte normales Tempo
  • 90°-Winkel nach links
  • Durch die Gruppe laufen und dabei eine acht um zwei Personen machen. Dann nahe einer der Personen stehen bleiben und sich bei der Gruppe bedanken. Die Gruppe verlässt dann den Platz. 
  • Mensch-Hund-Team kehrt zum Startpunkt zurück.
  •  
  • 50 Schritte normales Tempo im Fuß geradeaus
  • Kehrtwende
  • 10-15 Schritte normales Tempo im Fuß
  • 10-15 Schritte schnelles Tempo im Fuß
  • 10-15 Schritte langsames Tempo im Fuß
  • circa 15-20 Schritte normales Tempo im Fuß bis man wieder am Startpunkt anlangt
  • Kehrtwende
  • 15 Schritte normales Tempo
  • Grundstellung und Sitz oder Sitz aus der Bewegung
  • Hundehalter geht 15 Schritte voraus, dreht sich dann zum Hund um und blickt den Prüfer an.
  • Auf Handzeichen des Prüfers kehrt man zu seinem Hund zurück.
  • 15 Schritte normales Tempo
  • Grundstellung und Platz oder Platz aus der Bewegung
  • Hundehalter geht 30 Schritte voraus, dreht sich dann zum Hund um und blickt den Prüfer an.
  • Auf Handzeichen des Prüfers wird der Hund abgerufen. Er soll gerade zu seinem Halter laufen und dann im Vorsitz vor ihm zum Stopp kommen.
  • Hund wird ins Fuß gerufen und wieder angeleint.
  •  
  • Halter und Hund gehen zum Ablagepunkt.
  • Grundstellung & ableinen
  • Platz
  • Hundehalter entfernt sich 30 Schritte und bleibt mit dem Rücken zum Hund stehen.
  • So bleibt man stehen, während das andere Team sein Schema läuft. 
  • Nach Aufforderung durch den Prüfer geht man zum Hund zurück, bringt ihn ins Sitz und leint an.
Am Ende dieses Prüfungsteils gehen beide Mensch-Hund-Teams wieder zum Prüfer und melden sich mit den Worten “Gehorsam beendet” ab.

Der Straßenteil

Über die Strecke und Länge des Straßenteils entscheidet der Prüfer. Es wäre zwar schöner, wenn der Hund nicht an der Leine zieht, aber man fällt deshalb auch nicht durch. Loki hat gezogen wie ein Stier.
Über die Strecke und Länge des Straßenteils entscheidet der Prüfer. Es wäre zwar schöner, wenn der Hund nicht an der Leine zieht, aber man fällt deshalb auch nicht durch. Loki hat gezogen wie ein Stier.
Direkt nach dem Laufen des Schemas bekommt man eine Beurteilung durch den Prüfer. Wenn man diesen Teil besteht, weist der Prüfer darauf hin, dass es mit dem Straßenteil weiter geht. Der Straßenteil liegt ganz im Ermessen des Prüfers. Er legt fest, wo man entlang geht und was er genau sehen will oder womit er die Hunde konfrontieren möchte. Auch die Länge dieses Teils variiert je nach Lust und Laune des Prüfers.
 

Unsere größten Schwierigkeiten und wie wir daran gearbeitet haben

Mein Mindsetting:
Loki und ich haben wirklich lange für unsere BH gebraucht. Das liegt an ganz verschiedenen Faktoren. Ein großer Faktor war meine Aufregung. Ich weiß, dass ich mich selbst immer stark unter Druck setze und ich wollte mir einfach nicht die Blöße geben, durchzufallen. Das hat im ersten Anlauf vor einem Jahr (im Herbst 2019) dazu geführt, dass wir immer schlechter wurden, je näher die Prüfung rückte. Loki hat meine Aufregung und auch Angst zu versagen gespürt und das hat ihn so aus der Bahn geworfen, dass irgendwann nichts mehr funktioniert hat. Das hat mich dann zunehmen frustriert und wir befanden uns in einem echten Teufelskreis. Schließlich wurde die Prüfung von unserem Verein abgesagt, denn fast alle Teilnehmer hatten noch starke Schwierigkeiten. Wir waren einfach noch nicht so weit.
Das habe ich schließlich mit Meditation und Selbstüberzeugung in den Griff bekommen. Ich habe geführte Meditationen zum Thema Selbstvertrauen gemacht und mir immer wieder selbst gesagt, dass die Welt nicht untergeht, wenn wir durchfallen. Außerdem habe ich mir in Erinnerung gerufen, dass die BH zwar wichtig ist, aber dass der Alltag wichtiger ist. Ich hatte schon vor der Prüfung einen tollen Hund, der mich in allen Lebenslagen begleiten konnte und das war schließlich das wichtigste. Schließlich legte ich noch die Vorprüfung A ab um an Geländelaufturnieren teilnehmen zu können. Und das war zu dem Zeitpunkt alles, was ich machen wollte. Deshalb sagte ich mir selbst immer wieder, dass die Begleithundeprüfung für uns eigentlich nicht wichtig ist.
 
Andere Hunde:
Loki ist ein super verträglicher Vierbeiner. Er liebt fast alle anderen Hunde. Und genau das war ein großes Problem. Loki hatte immer ein Auge bei dem Hund in der Ablage und ich hatte Schwierigkeiten, ihn mental bei mir zu halten. Leider ist er mir dann auch manchmal abgehauen und mit anderen Hunden über den Platz getobt. Das hat natürlich nicht gerade dazu beigetragen, dass er den Hundeplatz als Ort zum Arbeiten abgespeichert hat.
Damit das in der Prüfung nicht passiert, durfte Loki viele Monate lang nicht mit unserem Prüfungs-Partner-Hund Brownie spielen – weder auf dem Platz noch privat. Und dabei finden die beiden sich ganz toll. Irgendwann hatte Loki dann verstanden, dass mit Brownie und auch auf dem Platz nicht gespielt wird.
 
Zoomies beim Abrufen:
Zoomies zu drehen ist eine von Loki Lieblingsbeschäftigungen. Für die, die diesen Spaß nicht kennen: Man bzw. Hund rennt einfach so schnell immer wieder im Kreis wie er nur kann. Vorzugsweise rennt Loki um einen großen Busch in unserem Vorgarten. Einige Wochen vor unserer Prüfung begann Loki plötzlich nach dem Abrufen immer mindestens einen Zoomie um mich herum zu drehen. Ich kann bis heute nicht sagen, wie er plötzlich darauf kam, aber wie so oft bei Loki gilt: Einmal gemacht und für gut befunden ist gleichbedeutend mit “Das mach ich ab jetzt immer!”. Und so war es dann auch. Der Zoomie beim Abruf war sein neues Markenzeichen und ich hatte Schwierigkeiten, dabei wirklich ernst zu bleiben, denn er sah dabei einfach so glücklich aus.
Also zurück auf Anfang mit dem Vorsitz. Ich habe Loki zuhause öfter über kurze Distanzen in den Vorsitz gerufen. Die Belohnung kam dabei mal aus der linken, mal aus der rechten Hand und manchmal auch aus meinem Mund (ich benutze manchmal die Technik des Futterspuckens). Dabei habe ich penibel auf die richtige Ausführung der Übung geachtet. Vorher war es mir nur wichtig, dass Loki direkt und schnell zu mir kam, dabei saß er manchmal etwas schief. Nun gab es die Belohnung wirklich nur noch für ein wirklich gerade und nahes Vorsitzen. Um ihn an Zoomies hindern zu können, habe ich beim Ausbauen der Distanz mit einer Schleppleine gearbeitet. Auch auf dem Hundeplatz haben wir die Abrufdistanz erst wieder verringert. So konnte ich nach und nach die Zoomies wieder wegarbeiten.
 
Die Ablage:
Lokis großes Interesse an anderen Hunden und sein Problem damit, wenn ich ihn irgendwo anleine und weggehe waren die Gründe dafür, dass ich vor der Ablage am meisten Angst hatte. Nachdem Loki in vergangenen Jahr vor unserer Prüfung ein paar Mal aufgestanden und über den Platz gerannt war, beschloss mein Trainer, dass wir noch einmal ganz von vorne anfangen. Also wurde Loki mit einer Schleppleine abgesichert, damit er nicht damit durchkommen konnte, sollte er aufstehen. Außerdem suchte ich nach einem alternativen Weg für den Aufbau. Nachdem ich im vergangenen Jahr mit der “Pendel-Technik” gearbeitet hatte, bei der man immer nur kurz vom Hund weggeht, dann wieder hin, belohnt, sich wieder entfernt und immer so weiter, wollte ich es dieses Jahr anders machen und entschied mich, mit einem Jackpot als Belohnung zu arbeiten. Unser Jackpot bestand aus einem halben Schälchen Katzenfutter. Generell sollte man Hunden nicht zu viel Katzenfutter geben, aber mit einem halben Schälchen pro Woche konnte ich leben. 
Am Anfang habe ich Loki nur kurz abgelegt und dann die Zeit mit jedem Training gesteigert. Am Ende führte dieses Training zu einer bombenfesten Ablage und dazu, dass dieser Prüfungsbestandteil unsere beste Aufgabe war. Außerdem habe ich mich selbst zu mehr Ruhe gezwungen, während ich mit dem Rücken zu Loki stehe. Dafür habe ich die Augen geschlossen und eine Atemtechnik benutzt, die ich vom Yoga kenne. Dabei habe ich tief durch die Nase eingeatmet, den Atem zwei Sekunden angehalten und dann durch den Mund ausgeatmet und zwar länger als ich eingeatmet habe. Mir hat das geholfen, entspannt zu bleiben und somit hatte ich die Grundlage dafür geschaffen, dass auch Loki ruhig blieb.
Die Absicherung haben wir über das komplette Training benutzt. Bei der Begleithundeprüfung lag Loki zum ersten Mal komplett abgeleint und das hat super geklappt. Dass mein Trainer meinte, wir sollten die Absicherung bis zur Prüfung benutzen, hat mich ehrlich gesagt ziemlich nervös gemacht, aber mein Vertrauen in ihn und seine Fähigkeiten hat sich absolut ausgezahlt.
 
Das Schema:
Um das Schema zu lernen, bin ich ohne Loki auf eines der Stoppelfelder hinter unserem Haus gegangen und bin dort das Schema einige Male gelaufen. Aber ehrlich gesagt, habe ich auch erst ein paar Tage vor der Prüfung angefangen, das Schema richtig zu lernen. Im Training musste ich jedes Mal meinen Trainer fragen.
 

So verlief unsere Begleithundeprüfung

Dass die Ablage unsere beste Übung war, wisst ihr ja schon. Aber ich möchte euch auch noch kurz davon berichten, wie der Rest unserer Prüfung ablief. Nachdem unsere ersten beiden Prüfungen abgesagt wurden (im Herbst 2019 weil wir zu schlecht waren und im Frühjahr 2020 wegen Corona), wollte ich sie dieses Mal einfach nur schnell hinter mich bringen. Deshalb und weil ich im Straßenteil gerne vorne laufen wollte, habe ich die Startnummer 1 bekommen. Nachdem ich die Theorie ohne Fehler bestanden hatte, ging die Begleithundeprüfung mit dem Verhaltenstest und der Chipkontrolle auf dem Parkplatz unseres Hundesportvereins richtig los. Ich sollte Loki kein Kommando geben, während die Prüferin zu uns kam um zu sehen, wie er darauf reagiert. Dann hat sie seinen Chip ausgelesen und wir sollten ein paar Mal an den anderen Prüflingen vorbei laufen. 
Nachdem alle Prüflinge diesen Test hinter sich gebracht hatten, ging es für Loki und mich sowie für Kristin und ihren Hund Brownie auf den Platz für den Gehorsamsteil. Loki und ich liefen zuerst das Schema. Dabei war Loki zwar aufmerksam, aber immer etwa einen halben bis einen Meter von mir entfernt. Das wurde am Ende unserer Prüfung bemängelt. Bei den Tempowechseln ist Loki etwas vorgeprescht, hat sich aber selbst wieder korrigiert.
Bei der Freifolge gab es einen kurzen Moment, der für Verwirrung sorgte: Die Prüferin hatte noch das alte Schema im Kopf. Bei diesem musste man auch in der Freifolge noch einmal durch die Personengruppe laufen. Das aktuelle Schema sieht das aber nicht mehr vor.  Deshalb wies sie mich darauf hin, dass ich den Winkel vergessen hätte, aber dieser Irrtum konnte schnell geklärt werden. Die Sitz-Übung hat Loki super gemacht, auch wenn er – wie immer eigentlich – etwas schief gesessen hat. Die Platz-Übung war ebenfalls gut. Beim Abruf bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe mit meinen Händen eine leichte Hilfe gegeben. Ich wollte auf keinen Fall, dass Loki wieder Zoomies dreht. Damit war unser Schema auch schon beendet. Die Ablage klappte wie gesagt super.  Trotzdem war ich erleichtert, als die Prüferin mir mitteilte, dass wir in den Straßenteil gehen dürfen.
Loki kann es nicht leiden, wenn ich ihn anleine und außer Sicht gehe. Das hat er auch bei unserer Begleithundeprüfung sehr deutlich gezeigt.
Loki kann es nicht leiden, wenn ich ihn anleine und außer Sicht gehe. Das hat er auch bei unserer Begleithundeprüfung sehr deutlich gezeigt.
Im Straßenteil hat Loki gezogen wie ein Irrer. Zum Glück ist das dort nicht weiter schlimm. Wir liefen an ein paar Straßen entlang und kamen auch mal den anderen Prüflingen entgegen. Außerdem begegneten wir Radfahrern und Joggern. Auf einem Parkplatz musste ich Loki dann anleinen und dann selbst um ein Gebäude herum außer Sicht gehen. Das ist etwas, was Loki gar nicht mag und entsprechend bellte und jaulte er mir hinterher. Aber – und das ist das wichtigste – er zeigte sich dabei nicht aggressiv den anderen Menschen oder Hunden gegenüber. Eigentlich interessierten ihn die anderen gar nicht. Er wollte einfach nur, dass ich wieder kam. Als ich ihn endlich erlösen durfte, merkte die Prüferin an, dass das ganze wohl recht dramatisch war. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. 
Schließlich ging es für alle zurück zum Vereinsgelände, wo uns mitgeteilt wurde, dass alle Prüflinge bestanden hatten. Kristin und Brownie legten übrigens die beste Prüfung unter unseren Vereinskollegen ab. 
 

Eine Begleithundeprüfung unter Corona-Bedingungen

Coronabedingt gab es bei unserer Prüfung ein paar kleinere Änderungen. So trugen die Prüflinge und die Prüferin bei der Chipkontrolle zum Beispiel einen Mund-Nasen-Schutz. Das hatten wir extra schon zuvor mit den Hunden geübt, denn natürlich kann es für die Vierbeiner irritierend sein, wenn eine fremde Person mit einer Maske auf sie zukommt und berührt. Auch die Leute in der Personengruppe trugen Masken und standen zudem weiter auseinander als üblich. Die Prüflinge musste nicht so eng wie üblich an ihnen vorbei gehen. Ansonsten war alles wie bei jeder anderen Begleithundeprüfung auch.
 
Ich bin unheimlich stolz auf Loki und auf das, was wir bisher gemeinsam erreicht haben. Jetzt wollen wir im Turnierhundesport richtig durchstarten.
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