Dogscooter-Serie I: Bevor es mit dem Zughundesport losgehen kann

Dogscooter und Zughundesport für Anfänger einfach erklärt
Teile diesen Beitrag mit Deinen Freunden

Von Mareike Meyer

Mit dem heutigen Beitrag starten wir eine kleine Reihe zum Thema Zughundesport. Loki und ich fahren seit 2018 Dogscooter. Manchmal machen wir auch CaniCross, aber da ich sehr unsportlich bin, ist das eher die Ausnahme als die Regel. Das macht uns noch lange nicht zu Experten. Wir können euch lediglich beschreiben, wie wir es machen und wie wir dazu gekommen sind. Und genau das möchten wir in dieser Reihe tun. Ich beziehe mich dabei hauptsächlich auf das Dogscootern, weil das einfach meine große Leidenschaft geworden ist.

Was ist Zughundesport eigentlich?

Wenn man an Zughunde denkt, haben die meisten menschen erst einmal die klassischen Hunderassen vor Augen: Siberian Husky, Alaskan Malamute oder Eurohound um mal ein paar zu nennen. Außerdem stellt man sich wohl große Schlittengespanne mit vielen Hunden in der einsamen und eisigen Wildnis vor. Doch das ist schon seit einer Weile kein komplettes Bild des Zughundesports. Auch Halter von Familienhunden haben das Dogscootern, CaniCrossen oder Bikejöring für sich entdeckt. Doch bevor man Balu, Nala und co. in ein Geschirr steckt, an sein Hollandrad bindet und stundenlang durch den Wald brettert, sollte man sich ein wenig schlau lesen oder Tipps von erfahrenen Mushern holen.
Mush… was? Musher. So nennt man den Lenker eines Hundeschlittengespanns. Die Gespanne werden von dem Musher durch Kommandos gelenkt. Die Kommandos selbst und wie ihr sie eurem Hund beibringen könnt, beschreibe ich euch im zweiten Teil dieser Beitragsreihe. Vorerst gilt ein, ein paar grundsätzliche Voraussetzungen zu erläutern.

Dogscooter

Bei einem Dogscooter handelt es sich um einen Tretroller für Erwachsene vor den der Hund mit einem speziellen Geschirr und eine Zugleine gespannt wird. Da man sich recht nah am Boden befindet, kann man sehr schnell abspringen. Deshalb ist der Dogscooter sehr gut für Anfänger mit stärkeren Hunden geeignet. Man kann einen Dogscooter mit ein bis zwei Hunden fahren. Erfahrene Musher können auch drei gut handelbare Hunde am Scooter fahren.

Bikejöring

Etwas kleinere Hunde können doch ihren Halter am Besten am Fahrrad unterstützt werden. Durch das Treten der Pedale ist die Unterstützung gleichmäßiger als beim Scooter.

CaniCross

Wenn nicht nur der Hund, sondern auch der Halter sportlich fit ist oder es werden möchte, bietet sich der Geländelauf mit Hund an. Hierbei trägt der Hund ein Zuggeschirr und ist über eine Zugleine mit einem Gürtel verbunden, den der Halter trägt. Dieser Gürtel mutet ein wenig wie ein Klettergurt an und ist recht bequem. Der CaniCross-Gürtel besitzt im besten Fall Beinschlaufen, sodass er nicht nach oben rutschen kann und die Energie durch den Zug nicht die Wirbelsäule schädigt. Denn anders als viele Menschen glauben, sitzt der ideale Zugpunkt nicht auf der Taille, sondern auf der Hüfte und dem Becken.

Das ist noch längst nicht alles

Natürlich gibt es noch mehr Arten des Zughundesports. Egal ob klassisch mit einem richtigen Schlitten, auf Skiern, mit einem Trike oder einer Pulka: Für jeden Geschmack und Hund ist etwas dabei.

Ist jeder Hund zum Dogscootern geeignet?

Prinzipiell bin ich kein Fan davon, Verbote aufzustellen oder euch Dinge zu sagen wie “Das ist nichts für euch” noch bevor ihr es versucht habt. Allerdings ist das Ziehen eines Dogscooters ziemlich anstrengend und leider wirklich nicht für jeden Hund möglich. Euer Vierbeiner sollte mindestens mittelgroß sein. Besitzer kleiner Hunde, sollten eher zum Bikejöring tendieren, denn mit dem Fahrrad kann man seinen Hund viel besser, intensiver und gleichmäßiger unterstützen.
Generell gilt zwar, dass ein Hund das drei- bis siebenfache seines eigenen Gewichts ziehen kann, aber wenn ein kleiner Hund nur etwa sieben Kilogramm auf die Waage bringt, wird das nicht reichen, um einen Scooter mit einer Person darauf zu ziehen. Außerdem spielt auch der Reibungswiderstand eine Rolle. Und der wiederum wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Darunter beispielsweise der Reifendruck und die Beschaffenheit des Untergrunds. Euer Hund sollte zudem ausgewachsen, nicht zu dick und vollkommen gesund sein.
Ich persönlich würde mit dem Zugsport erst anfangen, wenn der Hund mindestens 15 Monate alt ist. Vorübungen wie Richtungskommandos, das Gewöhnen an dern Scooter und das Stoppen kann man natürlich schon früher anfangen zu trainieren. Zudem sollte jeder Hund zuvor von einem Tierarzt durchgecheckt werden. Sowohl beim Herz-Kreislauf-System als auch orthopädisch sollte alles in Ordnung sein. Loki habe ich zu diesem Zweck röntgen lassen, bevor wir mit dem Dogscootern begonnen haben.
Und dann kommt natürlich noch hinzu, dass euer Hund Spaß am Laufen und Ziehen haben sollte. Die meisten Hunde sind recht lauffreudig und auch das Ziehen kann man vielen schmackhaft machen, allerdings nicht allen.

Worüber ihr euch im Klaren sein müsst

Jeder Hund lernt unterschiedlich schnell und es kann durchaus mehrere Monate oder auch mal ein Jahr dauern, bis euer Vierbeiner versteht, worum es eigentlich geht. Loki hat in der Tat etwa ein Jahr gebraucht, bis er auch ohne einen anderen Hund, der vorweg läuft, gezogen hat.
Wenn ihr alles gewissenhaft trainiert und aufgebaut habt und euer Hund auch noch vielen Monaten üben kein großes Interesse oder Spaß am Scootern findet, dann werdet ihr das irgendwann akzeptieren müssen. Man darf nicht zu früh aufgeben, aber man muss auch erkennen können, wenn es keinen Zweck macht, weil der Hund einfach keine Freude am Zugsport hat. Alles in allem kann man den Hund nicht zum Ziehen zwingen und sollte es auch nicht.


Ihr möchtet über weitere Serienteile und neue Beiträge auf dem Laufenden gehalten werden? Kein Problem! Meldet euch einfach zu unserem kostenlosen Newsletter an.


Teile diesen Beitrag mit Deinen Freunden

Camp Canis X: Mit dem Hund über Stock und Stein durch die Wingst

Camp Canis Wingst 2019 | Cani Cross | Zughundesport | Sport mit Hund | Foto: Kabo-Photography

Von Mareike Meyer ’Worauf haben wir uns da nur eingelassen?’ Während ich meinen Hund zu bändigen versuche, schweift mein Blick hinüber an den Rand der Welt – zumindest kommt es mir so vor. Wir stehen auf einem rund drei Meter hohen Hügel. Die Erde ziert eine große Plane und eine junge Dame mit einem Gartenschlauch […]

Continue Reading