Camp Canis X: Mit dem Hund über Stock und Stein durch die Wingst

Camp Canis Wingst 2019 | Cani Cross | Zughundesport | Sport mit Hund | Foto: Kabo-Photography
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Von Mareike Meyer

’Worauf haben wir uns da nur eingelassen?’ Während ich meinen Hund zu bändigen versuche, schweift mein Blick hinüber an den Rand der Welt – zumindest kommt es mir so vor. Wir stehen auf einem rund drei Meter hohen Hügel. Die Erde ziert eine große Plane und eine junge Dame mit einem Gartenschlauch verwandelt die Plane gerade in eine verdammt rutschige Abfahrt der Hölle. Also zumindest nehme ich das so wahr.
Ich denke in diesem Moment daran, dass ich die ganze Nummer hier bei der Anmeldung noch für eine super Idee gehalten habe. Ich hatte Bilder einer Freundin aus dem Hundesportverein gesehen. Sie war in Hoope gestartet und es sah zwar schmutzig, aber nach einer ganzen Menge Spaß aus. ’Das machen Loki und ich auch! Das wird witzig!’. Jetzt komme ich mir dumm vor. Ich spüre, wie mein Herz immer schneller schlägt. Wer hätte gedacht, dass das nach einem solchen Lauf überhaupt noch möglich ist!
Meine Gefühlswelt fährt Achterbahn. Ich habe Angst vor der Rutsche. Ich bin stolz, bis hier hin gekommen zu sein. Adrenalin rauscht durch meine Adern. Und ich muss dringend mal auf’s Klo. Loki neben mir wird immer unruhiger. Er hat den Spaß seines Lebens. Er will endlich weiter. Will mehr Hindernisse, mehr Herausforderungen, mehr Action. Ich erkenne meinen kleinen Angstflausch kaum wieder. Ist das wirklich der Hund, der panisch Reißaus nimmt, wenn eine Pfandflasche umfällt und der sich plötzlich weigert, an einem Mülleimer vorüber zu gehen, den wir seit drei Jahren fast täglich passieren? Camp Canis hat uns beide und unser Leben ziemlich auf den Kopf gestellt.
 
Camp Canis Wingst 2019 | Cani Cross | Zughundesport | Sport mit Hund | Foto: Hikdography
Bei Camp Canis geht es darum, Hindernisse gemeinsam mit seinem Hund zu überwinden. Loki war oftmals so schnell, dass ich kaum hinterher kam. | Foto: Hikdography

Die Vorbereitungen

Top motiviert habe ich uns also für Camp Canis und der Olymp 2019 angemeldet und einige Teamkollegen mobilisiert. Am Ende waren wir ein Team aus vier Frauchen sowie drei Rüden und einer Hündin. Keiner von uns hatte jemals zuvor an einem Camp Canis teilgenommen und wir hielten uns ausnahmslos für unsportlich, also entschieden wir uns für den Chill-Out-Trail mit einer Länge von 5 Kilometern – am Ende wird das GPS mehr als 8 Kilometer anzeigen – und etwa 15 Hindernissen. Zur Auswahl standen sonst auch noch 10 Kilometer mit ungefähr 22 Hindernissen und 15 Kilometer mit ganzen 30 Hindernissen.
 

Was ist Camp Canis?

Das lässt sich recht leicht in einem Satz zusammenfassen: Der größte Abenteuerspielplatz für Hund und Herrchen/Frauchen, den ich je gesehen habe. Es handelt sich bei diesem Event um eine Art Hindernislauf mit Hund, wobei die Hindernisse total vielfältig und nicht einfach nur ein paar Hürden oder Baumstämme sind. Es gilt unter anderem einige Wasserhindernisse zu überwinden, durch den Schmutz zu kriechen, Schnüffelaufgaben zu lösen und über Berge aus Strohballen zu klettern. Der Fantasie des Planungsteams sind praktisch keine Grenzen gesetzt – und das merkt man dem Trail auch an.
Das ganze Event ist mit sehr viel Liebe zum Hund, Matsch und Auspowern gestaltet und das Team vor Ort war super gelaunt und hatte augenscheinlich wirklich Spaß an dem Job.
 

Unser Team

Da waren wir nun also. Loki und ich freuten uns zum Team “Die Rüpelcrew” zu gehören und gemeinsam mit Petra und ihrem Malinois-Rüden Washington, Kristin mit ihrem Harzer Fuchs Rüden Brownie und Nastassja mit ihrer Mischlingshündin Dina in der Wingst an den Start zu gehen. Leider ist Nastassja kurz vor dem Event krank geworden, sodass wir am Ende ohne die Sportskanone in unserem Team auskommen mussten. Zum Glück hatten wir unsere verrückten Vierbeiner. Ich glaube ohne die zugstarke Unterstützung von Loki wäre ich nicht im Ziel angekommen.
 

Die Ausrüstung

Damit er mich aber bergauf und bergab ziehen konnte, benötigte ich einiges an Ausrüstung. Ein gut sitzendes Zuggeschirr ist Pflicht bei Camp Canis, ebenso wie eine Jöringleine (Leine aus dem Zughundesport) und ein Halsband. Optional wird ein Panic-Snap (den habe ich zwar, hatte ihn aber zuhause vergessen) und ein Canicross-Gurt empfohlen. All diese Dinge kann man auch vor Ort in einem Shop kaufen, aber da wir ja auch trainieren wollten, habe ich mir die Sachen schon vorher zugelegt. Die Jöringleine und das Zuggeschirr hatten wir wegen unserer Leidenschaft für’s Dogscootern eh zuhause und als Canicross-Gurt habe ich mir einen von Neewa bestellt. Ich wollte nicht den teuersten kaufen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich ihn nach dem Lauf entsorgen muss. Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euch einen Laufgurt zuzulegen, dann rate ich euch dringend zu einem mit Beinschlaufen und einem Netz über dem Hintern. Diese Art Gurt funktioniert ein bisschen wie ein Klettergürtel. Ihr könnt euch fast schon hineinsetzen und euer Hund zieht euch. Das Tragegefühl ist wesentlich angenehmer als bei den normalen Jogginggürteln aus dem Tierladen, die meistens viel zu weit oben sitzen oder während des Laufens hochrutschen.
 

Sachen die ich notfalls wegwerfen kann

Für mich habe ich eine günstige Sporthose und Trailrunning-Schuhe von Lidl besorgt. Ein Kollege mit Camp-Canis-Erfahrung riet mir außerdem zu Fußballstulpen, denn manchmal muss man sich durch Gestrüpp kämpfen und die Stulpen schützen die Unterschenkel dabei sehr gut. Das Shirt haben wir selbst entsprechend unserem Motto “Sie sagten wir gehen laufen, ich verstand wir gehen saufen” entworfen. Im Verlauf des Trails stellte ich außerdem fest, dass es sicher angenehmer wäre, Handschuhe zu tragen.
Ebenfalls zur Pflichtausrüstung gehört ein Team. Bei Camp Canis startet niemand alleine und schon nach den ersten Metern verstand ich auch wieso: es ist einfach zu gefährlich alleine. Falls man doch einmal gegen einen Baum rennt oder einfach stolpert und fällt, sollte man nicht alleine sein. Ein Team besteht immer aus zwei bis sechs Personen mit jeweils einem Hund.

Ich blicke zu meinem Team: Kristin und Brownie strahlen beide von Ohr zu Ohr. Washington, ganz der gehorsame Malinois, himmelt Petra an und scheint einfach nur glücklich darüber zu sein, sie auf dem Trail begleiten zu dürfen. Und Loki? Der hängt in der Leine, läuft von links nach rechts und weis gar nicht wohin mit seiner ganzen Energie. Schließlich bricht sich diese ihre Bahnen in einem aufgeregten Bellen. Am Fuß der Rutsche steht unsere Familie mit allen Handys und Fotoapparaten, die sie auftreiben konnten, im Anschlag. Ich gehe ein bisschen vom Rand der Rutsche zurück, ziehe Loki mit mir und bedeute Kristin, dass sie gerne als erste rutschen darf. “Ich schau mir das erst einmal an”, sage ich zu ihr, obwohl mein Unterbewusstsein die Entscheidung schon längst für mich gefällt hat.

 
Camp Canis Wingst 2019 | Cani Cross | Zughundesport | Sport mit Hund |
Der größte Teil unserer Vorbereitung bestand darin, unser Teamshirt zu entwerfen.

Das Training

Unsere Vorbereitungen liefen schon einige Wochen vor dem Start auf Hochtouren. Wir überlegten uns ein Motto und designeten unsere Teamshirts. Mehr machten wir nicht. Vor allen Dingen meine Wenigkeit nahm sich immer wieder vor ’Heute Abend geh ich mit Loki laufen.’ geklappt hat das aber nie, sodass mir kurz vor dem Event doch etwas mulmig zumute war. Würde ich wirklich 5 Kilometer weit laufen können?
 

Vor dem Start

Am Tag des Events hatte ich dann doch ein bisschen Bammel. Aber die Vorfreude überwog. Ich freute mich auf das größte Abenteuer, dass Loki und ich bisher gemeinsam erlebt hatten. Ein bisschen wurde diese Freude aber gedämpft, als Loki schon vom Auto aus einen anderen Hund am Tor des Veranstaltungsgeländes anbellte. Das hatte er wirklich noch nie gemacht und ich machte mir Sorgen, dass er vielleicht völlig ausrasten würde oder noch schlimmer: mit der Situation überfordert wäre und ich sein Vertrauen in mich mit der Teilnahme verspielte.
Um mich abzulenken, kümmerte ich mich vor Ort erst einmal um den Papierkram. Wer bei Camp Canis starten möchte, muss eine gültige Hundehalterhaftpflichtversicherung und einen Impfpass mit Grundimmunisierung und aktueller Tollwutimpfung vorlegen. Zusätzlich wird die Chipnummer des Hundes kontrolliert und das Gangbild beurteilt. Danach begann das Warten auf den Start.
 

Drei Weiber, drei Hunde und jede Menge Chaos

Nicht nur wir, sondern auch unsere Hunde waren völlig aus dem Häuschen, als es endlich losgehen sollte. Der Moderator begrüßte uns freundlich und bemerkte schmunzelnd, dass unsere Hunde “schon richtig heiß” seien.

Camp Canis Wingst 2019 | Cani Cross | Zughundesport | Sport mit Hund |
Am Start hatten wir alle Hände voll zu tun, um unsere Vierbeiner etwas zu ordnen.

Und ja, wir hatten Schwierigkeiten die drei am Start zu bändigen. Das müssen wir dringend noch üben. Also wurden zum Glück keine langen Reden mehr geschwungen und er schickte uns zu unserer Startmusik von Rammstein auf den Trail.

Fast hätten wir uns schon am zweiten Hindernis aus dem Spiel genommen. Direkt nach dem Start mussten wir einen steilen und sandigen Abhang erklimmen. Oben angekommen ging es ein paar Meter geradeaus und dann mussten wir einen ebenso steilen und sandigen Abhang wieder hinunter. Als Hilfsmittel war dort ein dickes Tau gespannt worden (hier wünschte ich mir zum ersten Mal Handschuhe). Während die Hunde sich also todesmutig hinabstürzten, taumelten wir hinterher, landeten auf unseren Hosenböden und schlitterten den Abstieg hinab.
 

Durch das Wasser… Über’s Wasser… Erstmals nass

Kurz darauf waren wir uns das erste Mal nicht mehr sicher, ob wir noch auf der richtigen Route waren. Dieses Gefühl kam im Laufe des Trails noch mehrfach auf. Mittlerweile weis ich, dass wir richtig waren. Ich habe die Daten meiner GPS-Uhr mit der Trail-Karte von Camp Canis verglichen.
Zeitnah kamen wir an das erste Wasserhindernis. Wir sollten mit drei kleinen Schlauchbooten einen See überqueren. Kristin ergriff als erste die Initiative und schaffte es mit jeder Menge gutem Zureden, Brownie in das erste Schlauchboot zu setzen. Washington ließ sich dagegen nicht lang bitten. Dieser Hund würde für sein Frauchen durch Feuer gehen und dabei noch fröhlich mit der Rute wedeln. Vor meinem geistigen Auge sah ich wie Loki mir einen Vogel zeigte, während ich am Fenster eines brennenden Hauses stand und rief: ’Loki, schnell, hol Hilfe!’
 

Loki geht baden

Loki hasst Wasser. Er schwimmt nicht und sobald sein Bauch nass wird sieht man förmlich wie er sagt: ’Den Quatsch hier könnt ihr alleine machen. Da bin ich raus.’ Jetzt musste ich also diesen wasserscheuen Hund dazu bekommt, mit mir in ein kleines Schlauchboot zu steigen, das auch noch recht weit weg vom Ufer entfernt trieb. Der Streckenposten versuchte sein Bestes, um das Boot näher zu uns zu holen, aber schließlich sagte er zu mir: “Da kannst du noch stehen.” Großartig! Wir waren noch keinen ganzen Kilometer unterwegs und schon wurde ich nass. Meine Teamkameradinnen guckten mich nur hilflos an. Also gut. Ich würde ja eh früher oder später nass werden. Also watete ich ins kühle Nass und zog das Boot zum Ufer, damit mein Hund trockener Pfote einsteigen konnte. Aber er sollte nicht trocken bleiben: Am anderen Ufer wollte er einfach so schnell wie möglich aus dem Schlauchboot aussteigen und landete mit der Nase voran im Wasser. Während ich mich noch freute, dass er schwamm (was er sonst NIEMALS tat), schüttelte er sich mit einem Blick der Bände sprach: ’Bist du völlig irre, mich hier her zu schleppen?! Was soll der Quatsch?!’
Beim nächsten Hindernis wurde es nicht wesentlich besser. Wir sollten wieder zurück auf die andere Seeseite. Dazu sollte Loki über ein paar mit Luft gefüllte Matten laufen, während ich daneben durch das Wasser marschieren musste. Ich machte mir zunutze, dass Loki immer hinter den anderen hündischen Teamkameraden herwollte und ließ Brownie und Washington den Vortritt. Wie erwartet, stürmte Loki hinter ihnen her, gefror allerdings zur Salzsäule, als er merkte, dass die Matten unter seinen Pfoten im Wasser versanken. Völlig hilflos wusste er weder vor noch zurück, sodass ich mich schließlich zu ihm durchkämpfte und ihn hochhob.
 
Camp Canis Wingst 2019 | Cani Cross | Zughundesport | Sport mit Hund | Foto: Kabo-Photography
Als Loki merkte, dass die Matten unter ihm versinken, erstarrte er zur Salzsäule.
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Nachdem ich ihn auf die nächste Matte gehoben hatte, traute er sich endlich weiter.
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Am Ende sauste er schnell über die letzten Luftmatten zum anderen Ufer. | Fotos: Kabo-Photography
Das letzte Hindernis am See war eine Art Seilrutsche auf der Loki und ich Platznehmen sollten. Man gab uns einen kleinen Schubs und wir sausten über den Tümpel. Mit schreckgeweiteten Augen zappelte Loki dabei in meinem Griff, während ich meine Arme wie Schraubstöcke um ihn gelegt hatte. Im Nachhinein betrachtet wundert es mich, dass wir nicht schon wieder baden gingen.
 

Schnell, schneller, Kristin und Brownie

Kristin tritt in diesem Moment an den Rand der Welt – ähh Rutsche – und zieht Brownie auf ihren Schoß. Das passt dem Rüden gar nicht und im letzten Moment hüpft er zur Seite weg. Dann geht es abwärts für die beiden. Von meiner Position aus scheint es, als habe Kristin mindestens 100 km/h drauf. Ich spüre, wie Panik in mir aufsteigt.
Camp Canis Wingst 2019 | Cani Cross | Zughundesport | Sport mit Hund |
Während Kristin mit Brownie die Rutsche hinabsauste, kämpfte ich oben noch mit meinem inneren Schweinehund.
Ich will das nicht. Ich habe Angst. “Ich mach das nicht”, höre ich mich sagen und sehe mich suchend nach einem Ausweg um. Die Streckenposten-Dame sieht mich kurz forschend an: “Du kannst deinen Hund ableinen und er läuft dann am Rand entlang”, sagt sie. Ich schüttel den Kopf. Nicht mein Hund hat hier Angst, sondern ich. “Nein, lieber nicht.” Sie lächelt und erklärt mir, wie ich nach unten komme, ohne zu rutschen. Während Petra und Washington sich für ihre Rutschpartie bereit machen, laufe ich los. Meine Gedanken kreisen um meine Angst. Bin ich feige? Ja. War ich schon immer feige? Nein, das kam erst mit dem Älterwerden. Ist es schlimm, das ich nicht gerutscht bin? Nein. Ich bin hier um Spaß zu haben. Klar, ich will auch an meine Grenzen gehen und das bin ich auch an vielen Stellen, aber die Rutsche hat das mentale Armdrücken einfach gewonnen. Ich sehe Loki vor mir laufen. Er zieht wieder etwas mehr. Hat wahrscheinlich Kraft gesammelt, während ich mit meinem inneren Schweinehund gekämpft und verloren habe. Seine Zunge hängt heraus, seine Augen strahlen, sein Blick ist fokussiert nach vorn gerichtet. Auf das, was noch kommt nicht auf das, was wir gerade hinter uns lassen. Und plötzlich spüre ich, dass es okay ist. Loki hat mal wieder recht. Scheiß doch auf die Rutsche. Denk an all die unglaublichen Sachen, die wir gemacht haben und die wir noch machen werden. Rutschen wir halt nicht. Na und? Es ist als wollte er sagen: ’Das ist schon ok. Wir sind ein Team. Wenn du Angst hast, laufen wir halt außen herum.’ Wir passieren eines der zahlreichen Flatterbänder, die den Streckenverlauf markieren. Auf dem grün-weißen Band steht “Lauf dorthin, wo deine Gedanken schon lange sind” und ich denke mit neuer Motivation: ’Ok! Ich nehme zwar einen kleinen Umweg, aber solange ich ins Ziel komme ist das doch egal.’
 

Wieso wir nicht gewonnen haben aber trotzdem Sieger sind

Am Fuß der Rutsche treffe ich wieder auf meine Teamkameradinnen. Wir alle grinsen über das ganze Gesicht. Auf zum Endspurt! Getragen vom Applaus der Zuschauer und dem Anfeuern des
Camp Canis Wingst 2019 | Cani Cross | Zughundesport | Sport mit Hund |
Das Siegerbier im Ziel haben wir uns wirklich verdient.
Modertors fliegen wir dem Ziel entgegen – und verlaufen uns fast auf den letzten 20 Metern. Die Hunde haben einen Napf mit Wasser entdeckt und wir können machen, was wir wollen, sie schwenken nach links aus und streben der Abkühlung entgegen. Das Leinenchaos ist perfekt, als wir die drei schließlich über die Ziellinie ziehen müssen und nicht sie uns. Lachend fallen wir unseren Hunden um den Hals. Ich überhäufe Loki mit Küssen und habe das Gefühl, dass er das nicht so unangenehm findet wie sonst.
Platzierungen gibt es nicht bei Camp Canis X und das ist auch genau richtig so. Das hat mir den Druck genommen, die schnellste zu sein oder meinen Hund oder mich über alle Hindernisse zu treiben. Viel gewonnen haben wir trotzdem. Ich merke, dass dieses gemeinsame Erlebnis unsagbar wertvoll für unsere Bindung war. Wir sind noch mehr zusammengewachsen. Ich habe gesehen, wie Loki seine Angst vor Wasser für mich überwunden hat und wie ich auf ihn und seine Instinkte vertrauen kann.
 

Das mach ich nie wieder! …oder doch?

Gepusht von diesen Emotionen und geplagt von einem heftigen Ganzkörpermuskelkater ging es am Montag dann wieder zur Arbeit. Meine Hand schmerzt und wird von einem anständigen blauen Fleck geziert. So schlimm kam es mir gar nicht vor, als ich an einem der Abstiege einen Baum geküsst habe, aber offenbar war der Einschlag doch ein wenig heftiger als gedacht. Mein Handy vibriert. Unsere Camp-Canis-Teamgruppe leuchtet auf. Auf dem Bildschirm steht: “Was haltet ihr von nochmal Wingst? Noch sind Samstag Plätze frei.” Ich runzele die Stirn. Ja, das war witzig, aber will ich das echt noch einmal machen? Nicht einmal eine Stunde später tippe ich meine Daten in den Computer ein und erstelle unser Team für 2020. “Zieh die dicke Mutti” lautet unser neuer Teamname und dieses Mal sind wir nicht nur in der Wingst dabei.
 

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