DIY: Hundebox mit Schublade | So baut ihr eurem Hund einen gemütlichen Rückzugsort

DIY: Hundebox mit Schublade
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Von Mareike Meyer

Ich habe euch ja schon Lokis Vorliebe für Boxen und Höhlen beschrieben. Er kennt die Hundebox als seinen ganz persönlichen Rückzugsort an dem er niemals von irgendwem gestört wird. Obwohl Loki Kellerräume und Räume ohne Fenster ganz gruselig findet und diese meidet, mag er es, sich in seine Box zurück zu ziehen. Anfangs hatte ich einen Kennel für ihn hergerichtet. In der Gitterbox hatte er eine gemütliche Decke und einige Kuscheltiere liegen. Damit das ganze einen höhlenartigen Charakter bekommt, habe ich eine Wolldecke über den Kennel gelegt.

Super schön und super teuer

Wir haben Loki beigebracht auf Kommando in seine Box zu gehen oder auch, wenn es an der Tür klingelt. Die Tür des Kennel steht fast immer offen. Nur wenn der Pizzabote kommt (den mag er echt nicht) oder einer unserer Gäste Angst vor Hunden hat, machen wir die Box zu. Doch mit der Zeit wurde Loki immer größer und irgendwann musste er sich ein wenig bücken, um in seine Box zu passen. Also beschloss ich, ihm eine neue zu besorgen. Aber dieses Mal eine wirklich schicke. Ich habe viel im Internet recherchiert und dort wirklich tolle Sachen gefunden, die allerdings alle außerhalb meiner Preisklasse lagen. 
 

Woher nehmen wenn nicht stehlen?

Ich wollte gerne eine Box, die sich wie ein Möbelstück in unser Wohnzimmer einfügt und entsprechend zur Einrichtung passt. Ich habe dann eine Weile überlegt, ob ich nicht eine alte Kommode zur Box umbauen kann, allerdings waren die alle nicht tief genug. Ich wollte eine Box, die mindestens 80cm tief und 90cm breit ist. Mein Mann bestand zudem darauf, dass der Bereicht für Loki mindestens 100cm hoch sein sollte. Schnell war klar, dass ich in der Größe nichts gebrauchtes finden würde, dass sich umrüsten ließe.

Also beschloss ich, dass ich die Box selber bauen würde. Ohne Vorlage, ohne Anleitung, ohne Ahnung von so etwas. Aber dafür mit viel Motivation. Meine “Konstruktionszeichnung” war so schlecht, dass ich nicht in der Lage war, meinem Mann und meinem Vater genau zu erklären, wie ich mir das ganze vorstelle. Sie haben nur höflich genickt und gemeint “Mach du mal, wir sind gespannt”. Ich habe mich noch einmal an den Rechner gesetzt und versucht, für euch eine brauchbare Zeichnung zu machen. Ihr findet sie am Ende dieses Artikels als .pdf-Dokument.

Ahnungslos aber hoch motiviert

DIY: Hundebox mit Schublade
Wer keine Ahnung vom Heimwerken hat, sollte sich die Werkzeuge erklären lassen oder jemanden mit Erfahrung um Hilfe bitten.
Voller Tatendrang machte ich mich also daran, meinem Vater die Werkstatt leerzuräumen und den Großteil seines Werkzeuges zu mir zu schleppen. Er war noch so lieb, mir eine provisorische Werkbank auf der Terrasse einzurichten und mir zu erklären, wie die ganzen Werkzeuge funktionierten.

An dieser Stelle möchte ich eine deutliche Warnung aussprechen: Wenn ihr genau so wenig Ahnung von solchen Maschinen habt, wie ich dann holt euch Hilfe. Eine Tischkreissäge oder eine Kappsäge sind keine Spielzeuge und können sehr gefährlich sein.

Auf in den Baumarkt

Schließlich stand der Einkauf für mein Projekt Hundebox an. Ich stand eine halbe Ewigkeit ratlos vor den Brettern und Leisten im Baumarkt und konnte mich nicht entscheiden. Schließlich nahm ich Rahmenholz-Leisten in 50x30mm aus Fichte/Tanne für die Rahmenkonstruktion, Rauspund aus Fichte für die Rückwand und die Deckenfläche, Eine Dreischicht-Platte mit einer Stärke von 19mm für den Boden und Alustangen mit 8mm Durchmesser für die Gitterstäbe. Für die Schublade habe ich ebenfalls Dreischicht-Platten genommen und eine Rollschubführung aus Metall. Für den Deckel des Hundebereiches und somit Boden des Auszugfaches habe ich noch eine dünne Spanhozplatte gekauft.
Da all unsere Möbel schwarz sind, sollte auch die Box schwarz sein. Ich entschied mich für Kreidefarbe Möbellack in schwarz matt. Die Möbelknäufe für den Auszug sind von Ikea. Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, die Knäufe dort zu holen, wo wir auch 80 Prozent unserer Möbel gekauft haben. Eine Kommode in unserem Wohnzimmer hat die gleichen Knäufe montiert. Dadurch fügt sich die Box sehr gut in der Gesamtbild ein. Schließlich brauchte ich noch zwei Scharniere für die Tür. Die Tür hat übrigens bis heute keinen Riegel, sodass ich sie nicht zusperren kann. Ich hoffe dieser Umstand macht deutlich, dass es sich bei der Box wirklich nicht um einen Zwinger oder ein Hundegefängnis handelt.
Insgesamt habe ich rund 200€ für das Material bezahlt.

Die Bodenplatte

Begonnen habe ich mit der Bodenplatte. Damit die Box nicht mit der kompletten Fläche auf unserem Laminat steht, habe ich eine Bodenkonstruktion aus Holzbrettern mit einer Stärke von 20mm gebaut. Auf diese Bretter habe ich dann die Dreischicht-Platte in der richtigen Größe für die Bodenfläche aufgeschraubt. 

DIY: Hundebox mit Schublade
Die Bodenplatte und das erste Seitenteil sind schnell gemacht.

Die Seitenteile

Nachdem das überraschend einfach funktioniert hat, habe ich damit begonnen, die Seitenteile zuzusägen. Ich wollte die Schublade 15cm hoch machen, also ließ ich oben einen Bereich von 25cm, den ich mit einer Holzplatte verkleiden wollte. Bevor ich die Leisten miteinander verschraubt habe, habe ich die Löcher für die Alustangen in die obere und untere Querstrebe gebohrt. Die Stangen sind etwa 1,5cm tief in das Holz eingelassen. Schließlich habe ich die zugesägten Stangen eingesetzt und die Teile miteinander verschraubt. Dieses Teil braucht man zwei Mal.

Die Front

Die Frontseite ist ähnlich aufgebaut wie die Seitenteile, allerdings befindet sich in der Mitte eine zusätzliche vertikale Leiste an der später die Tür befestigt wird.

Die Tür

Die Tür zu fertigen war dann nicht weiter schwierig. Sie besteht im Prinzip einfach aus einem rechteckigen Rahmen, der die Gitterstäbe an Ort und Stelle hält. Mit zwei Scharnieren wird die Tür an der Box befestigt. Natürlich kann man die Tür noch mit einem Bolzenriegel oder Ähnlichem versehen, um die Box verschließen zu können. Eigentlich hatte ich das auch vor, aber als ich die Box gebaut habe, konnte ich keine finden, die mir gefallen und habe die Tür vorerst ohne Riegel gebaut. Es stellte sich heraus, dass ich keine Riegel oder Schlösser an der Box brauche. Loki ist gerne da drin und ich mache die Tür eh nur dann zu, wenn zum Beispiel der Pizzalieferant kommt oder wir Gäste haben, die sich vor Hunden fürchten. Außerdem habe ich die Box langsam aufgebaut und Loki bleibt auch dort drin, wenn die Tür offen ist und ich ihm sage, dass er dort bleiben soll. Deshalb habe ich nie einen Riegel angebaut.

Die Schublade

DIY: Hundebox mit Schublade
Die Schublade würde ich beim nächsten Mal nicht selber bauen sondern fertig kaufen.

Das war wirklich knifflig und im Nachhinein betrachtet, würde ich bei der Schublade der Hundebox einiges anders machen. Ich habe mir bei Youtube DIY-Videos angesehen und das wirkte gar nicht so schwierig, aber ich musste feststellen, dass sich jede kleine Ungenauigkeit rächt. Die meiste Zeit habe ich damit zugebracht, die Schublade abzuschleifen, damit sie endlich in die Öffnung passt. Da ich selbst an dieser Stelle so versagt habe, möchte ich mich nicht dazu aufschwingen, euch zu sagen wie ihr eine Schublade baut. Ich persönlich würde beim nächsten Mal einfach eine fertige Schublade kaufen. Einzelne Schubladen bekommt man beispielsweise bei Ikea. Alternativ kann man auch eine Holzkiste ohne Deckel aus dem Baumarkt nehmen und diese zur Schublade umfunktionieren. 

Die Rückwand

Nun habt ihr also das grobe Gerüst der Box in Einzelteilen. An dieser Stelle habe ich festgestellt, dass ich die Box im Wohnzimmer montieren muss, denn sie wird am Ende nicht mehr durch die Tür passen. Kontrolliert das unbedingt vorher, damit ihr euch unnötige Arbeit erspart. Also ab mit den Teilen ins Wohnzimmer. Dann habe ich die Seitenteile und die Front mit Winkeln auf die Bodenplatte aufgeschraubt und sie außerdem auch miteinander verbunden. Im Anschluss habe ich die Rückwand

DIY: Hundebox mit Schublade
Nachdem die einzelnen Teile der Box fertig waren, habe ich sie direkt im Wohnzimmer zusammengebaut. Montiert hätte sie nicht durch die Tür gepasst.

aus Rauspund-Dielen angebracht. Die Prinzip dieses Holzes ist wirklich genial und sehr einfach. Jedes Brett hat eine Nut und eine Feder und sie werden einfach ineinander gesteckt. So kommt man super schnell voran und hat am Ende eine optisch saubere Fläche.

Die Zwischendecke

Da Loki recht schreckhaft ist und auch aus optischen Gründen habe ich eine dünne Zwischendecke eingebaut, nachdem ich die Seitenteile und die Rückwand montiert hatte. Dazu habe ich Sperrholzplatten zwischen dem Schubladen- und dem Hundebereich eingebaut. Die Platten liegen eigentlich nur locker auf ein paar kleinen Klötzchen aus Restholz auf, die ich von innen an die Latten geschraubt habe.

Die Schublade befestigen und Deckel drauf

Mit einigen Schrauben habe ich dann die Rollschubführung an der Innenseite der Box befestigt und die Schublade eingesetzt. Schließlich habe ich noch zwei Löcher für die Möbelknäufe vorgebohrt.

Genauso wie die Rückwand habe ich auch den Deckel aus Rauspund-Dielen gemacht. Nachdem ihr dann alle Teile noch einmal mit Schmirgelpapier bearbeitet habt, ist der Rohbau der Box fertig.

Jetzt kommt Farbe ins Spiel

DIY: Hundebox mit Schublade
Insgesamt brauchte es zwei Anstriche und rund zwei Eimer Farbe, damit die Box richtig schwarz wurde.
Zum Streichen habe ich Farbe genommen, die auch für Kinderspielzeug geeignet und somit nicht giftig ist. In meinem Fall war das Kreidefarbe Möbellack in matt schwarz von Toom. Die Farbe habe ich auf den großen Flächen mit einer Lackrolle und an den komplizierteren Stellen mit einem Pinsel aufgetragen. Es waren zwei Anstriche von Nöten, bis mir das Ergebnis gefallen hat. Dafür habe ich zwei Dosen Farbe verbraucht. Nachdem die Farbe getrocknet ist, kann man die Möbelknäufe anbringen.
 

Arbeitszeit

Im Inneren der Box hatte ich erst ein normales Kissen, aber da Loki eine Staubmilbenallergie entwickelt hat, liegt dort mittlerweile eine Matte aus Visco-Schaum und Kunstleder. Insgesamt habe ich mit Streichen etwa zwei Wochen an der Hundebox gearbeitet. Es war wirklich ein großer Aufwand, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Sie passt perfekt in unser Wohnzimmer und Loki liebt sie. Eventuell würde ich sie beim nächsten Mal etwas niedriger bauen und mit einer anderen Schublade ausstatten.

Der Arbeitsprozess in Bildern

Zum Vergrößern der Bilder einfach auf das jeweilige Foto klicken.

Konstruktionszeichnung kostenlos als .pdf

Hier könnt ihr einen Teil des Materials online bestellen:

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2 comments

  1. Die Box sieht wirklich gut aus und ich finde es toll, dass Loki sich darin auch augenscheinlich so wohl fühlt. Wir haben nie mit Boxen oder ähnlichem gearbeitet – bei uns werden die Hunde bei Bedarf dann eher in einem Raum separiert … oder auch mal die Gäste, die nicht mit Hunden auskommen 🙂

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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