Dogscooter-Serie II: Die Ausrüstung – Diese Dinge braucht ihr für den Zughundesport

Dogscooter-Serie II: Die Ausrüstung - Diese Dinge braucht ihr für den Zughundesport
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Von Mareike Meyer

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Wenn euer Hund und ihr nun also die Voraussetzungen aus dem ersten Teil unserer Beitragsserie erfüllt, steht dem Abenteuer Dogscooter und Zughundesport nichts mehr im Wege. Der Spaß an diesem Sport steht und fällt mit der richtigen Ausrüstung. Ob es nun um den Sitz des Zuggeschirres geht oder um die Off-Road-Tauglichkeit des Scooters: wenn die Ausrüstung nicht passt, kann es passieren, dass euer Hund oder ihr die Lust am ziehen und Scootern verliert. Tretroller, Geschirr, Leine, Bikeantenne: Es gibt für alles zahlreiche Hersteller und Marken, die ich hier nicht alle einzeln aufzählen werde, aber ich werde euch natürlich auflisten, was Loki und ich an Ausrüstung nutzen.

Zuggeschirr

Ein gut sitzendes Zuggeschirr ist enorm wichtig. Und damit meine ich nicht irgendwelche normalen Spazier-Geschirre aus dem Tierladen um die Ecke. Ein Zuggeschirr unterscheidet sich in seiner Form stark von normalen Führgeschirren. Der Zug sollte sich auf den Schulter-, Brust- und Halsbereich verteilen. Generell ist es sehr ratsam, für das Zuggeschirr einen Laden für Zughundesport aufzusuchen und verschiedene Modelle auszuprobieren. Manche sind eher für schmale Hunde geeignet, andere wiederum für etwas breitere. Loki trägt beim Dogscootern ein Manmat Hound in der Größe L. Ich hatte das Glück, dass wir bei einer befreundeten Musherin verschiedene Geschirre ausprobieren konnten und dieses Saß einfach am Besten. Ihr solltet dabei wirklich rein auf die Passform achten und nicht darauf, welche Farbe oder welcher Schnitt euch am Besten gefällt. Das ist wirklich zu vernachlässigen. Weitere bekannte Zuggeschirr-Hersteller sind beispielsweise Zero DC oder Non-Stop.
Um die Passform zu kontrollieren, muss das Zuggeschirr auf Zug gebracht werden. Eine Anprobe ohne Zug macht keinen Sinn, denn dass das Geschirr richtig sitzt ist vor allem im Zug notwendig. Am allerbesten ist sogar eine Anprobe unter Zug und in Bewegung, aber das ist natürlich nicht immer möglich.

Was wir fahren
Bei unserem Manmat Hound handelt es sich um ein Langgeschirr mit einem X-Back. Das bedeutet, dass das Geschirr etwa über der Schwanzwurzel endet und somit um einiges länger ist, als als ein normales oder ein Kurzgeschirr. Außerdem bedeutet es, dass Lokis Geschirr auf dem Rücken x-förmig zusammenläuft. 
Bitte seid an diesem Punkt wirklich gründlich und lasst euch gut beraten, denn das Zuggeschirr ist meiner Meinung nach der wichtigste Ausrüstungsgegenstand.

Jöringleine

Auch eine spezielle Zugleine gehört zum Scootern. Man nennt sie Jöringleine und sie besitzt einen Rückdämpfer, also eine Art Federung, um sehr ruckartiges Anziehen etwas abzufedern. Das macht es sowohl dem Musher, als auch dem Hund angenehmer. Die Länger der Jöringleine ergibt sich aus der persönlichen Vorliebe oder wenn man Rennen fahren möchte, aus den jeweiligen Rennregeln. Diese variieren je nach Verband und können auf den Homepages nachgelesen werden. Die Jöringleine wird durch die Bikeantenne gezogen und am Scooterrahmen befestigt. Alternativ kann man auch einen Panicsnap benutzen. Ich persönlich hatte anfangs keinen, will ihn jetzt aber auf keinen Fall mehr missen. 

Was wir fahren
Unsere Jöringleine ist ebenfalls von Manmat und passt farblich zu unserem Geschirr. Das war mir dann doch irgendwie wichtig. Sie trägt die Bezeichnung “Canicrossleine Run”. Vorher hatte ich eine aus PE-Hohlgeflecht. Diese gelten als besonders bruchfest und widerstandsfähig, allerdings war es sehr unangenehm, sie in der Hand zu halten, wenn Loki gezogen hat. Sie ist sehr glatt und gleichzeitig irgendwie scharf, sodass ich öfter Angst hatte, mich zu verletzen. Deshalb bin ich auf eine Jöringleine aus Stoff umgestiegen.

Panicsnap

Der Panicsnap wird zwischen Dogscooter und Leine eingesetzt und dient in erster Linie der Sicherheit. Einen solchen Karabiner kann man auch unter Zug mit einem Handgriff lösen, dass Hund und Scooter im Notfall sofort voneinander getrennt werden können. Ich habe mich ganz bewusst für einen in neongrün entschieden, damit er richtig auffällt und ich ihn auch noch erwische, wenn es gefährlich wird. Ein ganz praktischer weiterer Vorteil ist, dass man die Leine schnell abmachen kann, wenn man den Scooter zum Beispiel mit einem Fahrradträger auf der Anhängerkupplung transportiert. Sehr wichtig, wenn ihr einen Panicsnap benutzt ist, dass das Ende mit der dauerhaften Befestigung immer am Scooter, Bike oder Canicross-Gurt festgemacht ist, denn wenn der Panicsnap unter Zug geöffnet wird, kann er sonst zu einem gefährlichen Geschoss werden.

Bikeantenne

Auch bei den Bikeantennen gibt es natürlich unterschiedliche Ausführungen. Ich hatte anfangs eine Click-Fix-Antenne, die ganz einfach abgenommen werden konnte. Diese wurde allerdings am Lenker befestigt und hat den Lenker dadurch manchmal in die Richtung gezogen, in die Loki lief. Das hat auch zu einem Sturz geführt, denn Loki wollte unbedingt nach links laufen, während ich geradeaus weiterfahren wollte. Die Antenne am Lenker hat schließlich dafür gesorgt, dass der Lenker ebenfalls nach links gerissen wurde und ich habe eine Flugstunde über den Lenker genommen. Mittlerweile habe ich einen Scooter, bei dem die Bikeantenne fest am Rahmen angeschraubt ist und sich nicht mit dem Lenker bewegt. Das ist wesentlich sicherer, wie ich feststellen konnte. 
Falls es noch nicht klar sein sollte: Die Jöringleine wird niemals direkt an der Bikeantenne festgemacht, sondern immer direkt am Scooter oder Bike. Alternativ wird sie in einen Panicsnap eingeklinkt, der wiederum am Scooter oder Bike befestigt ist.

Dogscooter

Das ist wohl der teuerste Posten auf der Liste. Es gibt Dogscooter im Internet schon ab 150 Euro, aber von denen möchte ich euch wirklich und ganz eindringlich abraten. Und das nicht etwa, weil ich eine Kooperation oder so mit einem Hersteller habe – das ist nicht der Fall. Es geht schlicht um eure Sicherheit. Ich selber bin auch auf so ein Online-Schnäppchen hereingefallen. Meinen ersten Dogscooter habe ich über eine bekannte Online-Auktionsplattform erstanden und er verdient diesen Namen eigentlich nicht. Im Prinzip handelt es sich um einen City-Scooter mit einer Click-Fix-Antenne. Die Reifen sind super schmal und besitzen kaum Profil. Die Bremse ist eine Felgenbremse, der Scooter besitzt keine Federung und das Trittbrett ist sehr tief, sodass man eventuell aufsetzt, wenn der Weg nicht asphaltiert ist. Da ich mit dem Scooter meistens im Wald unterwegs bin, da das Laufen auf Asphalt auch nicht gut für Hunde ist, war das natürlich ein ziemliches Manko. Die dünnen und profillosen Reifen sind sehr oft weggerutscht und ich habe mich vor allem bei Schlamm oder Laub öfter auf die Nase gelegt. Dass die vordere Gabel nicht gefedert war, ist ein kleines Luxusproblem, denn ich wurde ordentlich durchgeschüttelt. 
Diesen Billig-Dogscooter habe ich schon nach wenigen Monaten durch ein gebrauchtes Modell der Marke Kostka ersetzt. Die Scooter der Kostka-Mushing-Serie beginnen preislich bei rund 600 Euro. Man findet aber in Facebookgruppen und auf Kleinanzeigenportalen immer wieder gute gebrauchte Scooter für etwa die Hälfte. Ebenfalls viel gefahrene Dogscooter-Marken sind beispielsweise Crussis und Gravity (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Auch einen Dogscooter solltet ihr am Besten einmal probefahren, bevor ihr ihn kauft.
Mein aktueller Scooter hat leider noch Felgenbremsen, aber die möchte ich nach dieser Saison durch Scheibenbremsen ersetzen lassen, denn ich habe schon einmal einen Bremsschuh im Wald verloren. Wenn die Hinterradbremse dann plötzlich nicht mehr funktioniert, ist das ziemlich beängstigend. 

Was ein Dogscooter meiner Meinung nach haben sollte:

Reifen

Anständiges Profil und breite Mountainbike-Reifen

Trittbretthöhe

Genug Luft zwischen Trittbrett und Boden

Trittbrettbreite

Ein rutschsicheres und ausreichend breites Trittbrett

Federung

Federgabel vorne (Profis verzichten bei Rennen manchmal auf dieses zusätzliche Gewicht, aber für Einsteiger finde ich eine Federung durchaus sinnvoll)

Scheibenbremsen

Scheibenbremsen eignen sich besser als Felgenbremsen zum Dogscootern

Radgröße

Vorderrad mindestens 26", Hinterrad mindestens 20" (Faustregel: Je kleiner die Reifen, desto höher ist der Rollwiderstand und der Hund muss härter arbeiten, um den Scooter zu bewegen)

Fahrradklingel

Sicherheit geht vor und man muss recht häufig Leute aus dem Weg klingeln.

Helm

Ein Helm ist beim Scootern und Biken selbstverständlich Pflicht. Lokis bisherige Höchstgeschwindigkeit liegt bei 29,5 km/h. Das ist wirklich sehr schnell, wenn man ohne Knautschzone in dem Tempo durch den Wald rauscht. Außerdem habe ich schon einige Stürze hinter mir. Das kann passieren, besonders am Anfang und da geht Sicherheit einfach vor.

Handschuhe und Fahrradbrille

Die Handschuhe schützen beim Scootern und Biken nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Hautabschürfungen, wenn einmal etwas schiefgeht. Ich benutze zum Scootern Neopren-Reithandschuhe. Die sind dünne aber trotzdem warm und haben eine tolle Griffigkeit, denn die Handinnenfläche ist mit Silikon versehen.
Die Fahrradbrille solltet ihr euch unbedingt zulegen, auch wenn ihr eigentlich keine Brillenträger seid. Besonders bei etwas schlechterem Wetter kommt es vor, dass man von oben bis unten mit Schlamm bedeckt ist. Diesen in die Augen zu bekommen ist nicht nur unangenehm sondern auch potenziell gefährlich.
 

Kopflampe und Warnweste

Ein Dogscooter ist generell nicht mit Licht ausgestattet. Natürlich kann man das aber nachrüsten. Ich selber habe mich für eine Kopflampe entschieden, weil sich so alles in meinem Blickfeld ausleuchten kann, also auch Kurven, die ich im nächsten Augenblick nehmen möchte. Sie hat auch hinten eine Leuchte mit verschiedenen Modi in rot und blau. Die große Leuchte vorne kann ebenfalls unterschiedlich eingestellt werden. Außerdem fahre ich bei Dämmerung und Dunkelheit auf jeden Fall mit einer Warnweste. 

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