Dogscooter-Serie III: Musherkommandos – So bringt ihr eurem Hund die ersten Kommandos für den Zughundesport bei

Dogscooter-Serie III: Musherkommandos - So bringt ihr eurem Hund die ersten Kommandos für den Zughundesport bei
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Von Mareike Meyer

In den ersten beiden Teilen unserer Dogscooter-Serie habt ihr nun schon erfahren, welche Voraussetzungen euer Hund für den Zughundesport erfüllen sollte und welche Ausrüstung ihr braucht. Solltet ihr diese Teile noch nicht gelesen haben, findet ihr die Links am Ende dieses Beitrags. 
Dieser Text hier dreht sich nun also um die ersten Übungen für die Kommandos, die euer Hund zum Dogscootern können muss. Die Kommandos werden ohne Scooter trainiert. Wir haben bei uns im Garten angefangen. Zuerst möchte ich euch einen Überblick über die üblichen Kommandos, ihre Bedeutungen und unsere persönlichen Variationen geben. So benutze ich beim Dogscootern beispielsweise englische Kommandos zum abbiegen, weil ich mir die gängigen Befehle einfach nicht merken kann.

Bedeutung Kommando Unsere Version
Lauf los
Go
Go
Schneller
Hike oder Ja
Go! Go! Go!
Langsamer
Eeeeaaaasyyyy
Eeeeaaaasyyyy
Halt
Halt oder Whoa
Stop
Links
Haw
Left
Rechts
Gee
Right
Geradeaus
Ahead oder Voraus oder Gerade
Weiter oder Ahead
Leine auf Zug bringen und halten
Line Out
Line Out
Links herüber
Over Haw
Rüber links
Rechts herüber
Over Gee
Rüber rechts
Wenden links
Back Haw
Wenden rechts
Back Gee
Die wichtigsten Kommandos sind natürlich das Loslaufen, schneller, Langsamer, Stopp, sowie links und rechts. Deshalb werden wir uns vorrangig darauf konzentrieren. Aber ich möchte euch noch ein weiteres, wichtiges Kommando ans Herz legen: Das Line-Out. Und auch wenn es im ersten Moment nicht so wichtig oder nicht schwierig wirkt, dass euer Hund die Leine auf Zug bringt und möglichst ruhig auf das Startkommando wartet – es ist wichtig und es ist nicht leicht. Ihr solltet es wirklich von Anfang an trainieren, denn das erst später aufzubauen ist recht schwierig.

Wie man ein Zuggeschirr anzieht

Das Zug- und Line-Out-Training solltet ihr ausschließlich mit dem Zuggeschirr machen, dass euer Hund später auch beim Scootern tragen soll. Nehmt dafür bitte nicht euer Führgeschirr aus dem Alltag, denn so könnt ihr euch recht schnell die Leinenführigkeit kaputt machen. Euer Hund lernt praktisch nebenbei, dass er am Zuggeschirr ziehen darf und am Führgeschirr nicht.
Ein Zuggeschirr anzulegen ist eigentlich recht leicht, wenn man weis wie es geht. Der Kopfausschnitt ist immer relativ eng, weshalb euer Hund wahrscheinlich erst einmal nicht besonders begeistert davon sein wird. Wenn ihr ruhig und entspannt bleibt, wird euer Vierbeiner aber schnell die Angst vor dem fremden Geschirr verlieren. 

Raffen
Zuerst krempelt ihr das Geschirr ein wenig zum Halsteil hin auf, sodass ein Loch entsteht, durch das der Kopf eures Hundes gehört.

Überstreifen
Ihr könnt euch hinter euren Hund stellen, damit er euch nicht nach hinten ausbüxen kann, wenn ihr ihm das Geschirr über den Kopf streift. Ich persönlich bevorzuge es aber, mich vor Loki zu knien und ihn durch die Öffnung zu locken. Auf diese Weise muss ich mich nicht über ihn beugen, was eventuell bedrohlich wirken könnte. Ihr könnt auch ein Leckerlie benutzen, damit es etwas besser klappt.

Vorderpfoten
Greift nun selbst durch eines der Löcher für die Pfoten und winkelt das Hundebein entsprechend der Gelenke an. Am Besten ihr beginnt mit dem untersten Gelenk und winkelt es immer weiter an, bis das Bein durch das Geschirr passt. Versucht die Pfote so nah wie möglich am Hundekörper zu lassen, um Verletzungen zu verhinder. Seid hier bitte vorsichtig und steckt euren Hund nicht mit der Pfote voran einfach in das Geschirr. Achtet außerdem auf die Daumenkralle, damit euer Hund nicht hängen bleibt. Danach folgt das andere Bein.

Nach hinten ziehen
Schließlich wird das Geschirr in die richtige Position gebracht.

Line-Out und Go

Weil es mir einfach sehr wichtig ist, dass Loki beim Start möglichst nicht direkt in die Leine ballert und dadurch eventuell Schmerzen haben könnte und dann vielleicht die Lust verliert, habe ich ihm das Line-Out zuerst “trocken” – also ohne Scooter – beigebracht. Ich habe aber auch schon von Trainingsmethoden gelesen, die versprechen, dass das Line-Out ganz nebenbei mit trainiert wird. Ich kann euch hier nur erklären, wie wir es aufgebaut haben.
Ich habe die Leine an einem Baum befestigt und sie im Zuggeschirr eingeklinkt. Dann habe ich mich neben Loki gestellt und ihn mit ein bisschen Wurst so weit nach vorne gelockt, bis die Leine auf Spannung war. Wenn er das einen Augenblick gehalten hat, gab es die Belohnung. Diesen Moment habe ich dann immer ein bisschen weiter hinausgezögert. Nach und nach habe ich mich immer ein Stückchen weiter nach hinten gestellt und Loki von dort ins Line-Out geschickt. 
Als das zuverlässig klappte habe ich immer einen Napf mit einem Leckerlie vor Loki, aber außerhalb seiner Reichweite, auf die Erde gestellt. Ich habe die Leine in die Hand genommen und ihn ins Line-Out geschickt. Nachdem er das einen Moment gehalten hat, habe ich ihm das Kommando “Go” gegeben und er durfte zu dem Napf laufen, während ich dafür gesorgt habe, dass etwas Zug auf der Leine blieb. Ihr könnt alternativ auch ein Spielzeug auslegen, dass er Hund sich dann holen darf.

Kleinschrittig, kleinschrittiger, Loki und ich
So sollte es in der Theorie eigentlich ganz leicht klappen, aber ich musste feststellen, dass Loki doch etwas verwirrt war, als er mich durch die Gegend ziehen sollte. So als wollte er sagen: “Seit Jahren nervst du, ich solle nicht ziehen und jetzt?!”. Ich habe mir dann nach einigem Grübeln ein kleines Hilfsmittel ausgedacht. Ich habe eine große stabile Plastiktüte an der Handschlaufe der Leine befestigt und Hantelgewichte in die Tüte gelegt. Wer keine im Hause hat, kann wahrscheinlich auch einfach ein bisschen Sand oder sonstige schwere Dinge nehmen. Aber bitte nicht zu schwer! Es geht einfach nur darum, dass euer Vierbeiner merkt, dass da etwas an ihm dran hängt. Ich habe Loki dann an einer kurzen Leine am Halsband zum Napf geführt um ihn erst einmal an das Gewicht zu gewöhnen, das er hinter sich herzieht. Nachdem er verstanden hatte, dass er ziehen darf und soll, konnte ich ganz normal mit dem Training weiter machen.
 

Stop

Immer wenn Loki am Napf angekommen ist und stehenblieb, habe ich “Stop” gesagt. So hat er ganz nebenbei gelernt, anzuhalten. Ihr könnt alternativ das “Stop” auch kurz vor dem Napf geben und ganz kurz anhalten. Erst dann darf euer Hund praktisch als Belohnung für das Stop an den Napf.
 

Wie es weitergeht

Im Nächsten teil unserer Dogscooter-Serie lernt ihr, wie ihr Richtungskommandos aufbaut und euren Hund dazu bringt, schneller oder langsamer zu laufen.

Weitere Teile der Dogscooter-Serie

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