Turnierhundesport: So verlief unser erstes Geländelauf- und CaniCross-Turnier im THS

Turnierhundesport: So verlief unser erstes Geländelauf- und CaniCross-Turnier im THS
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Von Mareike Meyer

Seit zwei Jahren bin ich nun Mitglied in einem Hundesportverein und arbeite noch immer an Lokis und meiner Begleithundprüfung. An Turniere war bislang nicht wirklich zu denken, doch als meine kleine aber feine Hundesport-Laufgruppe beschloss, sich für ein Geländelaufturnier beim Hundesportverein Oldenburg-Wildenloh anzumelden, habe ich mir auch einen Ruck gegeben und bin ebenfalls gestartet. Doch bevor wir für unseren 2000 Meter-Lauf an den Start gehen konnten, mussten wir noch eine Vorprüfung ablegen.
 

Ohne Verträglichkeitsprüfung A geht gar nichts beim Geländelauf

Um an einem solchen Turnier teilnehmen zu dürfen muss man entweder die Begleithundprüfung abgelegt haben oder direkt vor dem Lauf einen Verträglichkeitstest, die sogenannte Verträglichkeitsprüfung (in unserem Fall Verträglichkeitsprüfung A) bestehen. Ich muss sagen, dass ich ziemlich nervös war und Angst hatte, die Vorprüfung nicht zu bestehen. Ich wusste auch nicht so recht was auf Loki und mich zukommen würde. Meine Vereinskollegen haben zwar versucht, mich zu beruhigen, aber wirklich gelungen ist es ihnen leider nicht. Das hat erst das Wetter am Wettkampftag geschafft: es hat geregnet wie aus Eimern und ich sagte mir immer wieder “Wenn ich durch die Vorprüfung falle, muss ich bei dem Wetter zumindest nicht 2 Kilometer durch den Wald laufen”.
Am Ende war alles nur halb so wild. Ich wusste, dass ich keine Leckerlie und kein Spielzeug benutzen durfte in der Vorprüfung, aber Loki wusste das zum Glück nicht und lief schwanzwedelnd neben mir her in der Erwartung, gleich belohnt zu werden. Zuerst gab mir der Prüfer die Hand, während Loki neben mir sitzen bleiben sollte. Dann sind wir ein kleines Stückchen in Richtung Parkplatz gelaufen und dort musste ich dann mit Loki durch eine Personengruppe gehen. Dabei sollte er möglichst niemanden bedrängen und auf gar keinen Fall aggressiv reagieren. Auch das hat Loki total gut gemacht. Ebenso wie die letzte Aufgabe: Er sollte bei mir sitzen bleiben, während jemand mehrfach an uns vorbei joggt.
Insgesamt hat das ganze wohl keine 15 Minuten gedauert. Ich war trotzdem stolz wie Bolle, das wir bestanden haben. Das macht mir auch jede Menge Mut für unsere Begleithundprüfung Anfang April.
 

Der Unterschied zwischen CaniCross und Turnierhundesport Geländelauf

Im Prinzip handelt es sich bei beidem um das möglichst schnelle Laufen mit Hund. Dennoch gibt es ein paar kleine Unterschiede. So ist die Strecke beim CaniCross beispielsweise nicht genau festgelegt und kann variieren, während es beim Turnierhundesport in der Disziplin Geländelauf drei feste Streckenlängen gibt: 1000 Meter, 2000 Meter und 5000 Meter. Außerdem darf man im CaniCross mit zwei Hunden gleichzeitig starten, während ein Geländelaufteam immer nur aus einem Hund und einem Menschen besteht. 
 

Ach du Schreck, kein PanicSnap – Regeln für den Start beim Geländelauf und Canicross

Kurz bevor es für uns losgehen sollte, brach noch einmal etwas Unruhe aus. Ich sah eine andere Starterin ihre Leine in einen PanicSnap oder auch Panikhaken einklinken und vor meinem geistigen Augen blitze mein eigener PanicSnap auf, der sicher und gut befestigt an meinem Dogscooter hing. Leider stand der Scooter zuhause in der Garage. Keine meiner Mitläuferinnen war sich ganz sicher, ob wir einen PanicSnap brauchten oder nicht. Also tauschten wir die wenigen, die wir da hatten durch, sodass jede von uns mit einem PanicSnap starten konnte. Zuhause habe ich dann noch einmal nachgesehen. Laut Prüfungsordnung Turnierhundsport (PO-THS) des VDH ist ein PanicSnap Pflicht.
Dabei handelt es sich übrigens um einen Schäkelkarabiner, der sich auch unter Zug mit einer Hand schnell und einfach lösen lässt.
 

Weitere Rahmenbedingungen für einen Start im CaniCross und Geländelauf:

  • Der Hund muss durch einen Chip oder eine Tätowierung eindeutig identifizierbar sein
  • Es muss eine gültige Tollwutimpfung für den Hund nachgewiesen werden
  • Es muss eine Haftpflichtversicherung für den Hund bestehen
  • Der Hund muss mindestens 15 Monate alt sein
  • Man muss sich rechtzeitig beim Veranstalter anmelden
  • Man muss mindestens die Verträglichkeitsprüfung A bestanden haben
  • Der Hund muss gesund sein und darf nicht trächtig sein oder gerade säugen
  • Läufige Hündinnen starten ganz zum Schluss
  • Ausrüstung: Vorgeschrieben ist ein geeignetes und passendes Zuggeschirr, eine Leine mit Rückdämpfer und ein Panicsnap. Wenn man nur mit einem Hund unterwegs ist, darf dieser auch an einer Leine geführt werden, die der Hundeführer in der Hand hält statt sie an einem Bauchgurt zu befestigen. Starter mit zwei Hunden brauchen eine Neckleine.
  • Mehr über einen Teil unserer Ausrüstung im Zughundesport erfahrt ihr hier

Nachdem wir also alle Anforderungen erfüllt hatten, konnte es endlich richtig sportlich für uns losgehen.

Unser Start in den Turnierhundesport

Loki liebt das Ziehen. Er liebt es zu rennen und mich hinter sich her zu schleifen. Ganz gleich ob ich dabei auf einem Dogscooter stehe oder selber auch laufe. Und deshalb dreht er beim Start auch gerne ziemlich hoch. Er wird sehr laut, bellt viel, zieht stark und dreht sich nervös im Kreis. Ich habe natürlich versucht, ihn durch ein wenig Bewegung und ein paar Gehorsamkeitsaufgaben ruhig zu halten, aber ganz geklappt hat das leider nicht. Daran müssen wir also definitiv weiter arbeiten. Aber zum Glück war er nicht der einzige, der so durchgedreht ist. Ich war sehr froh, dass mein Mann dabei war. Er hat aufgepasst, wann wir dran sind, damit wir unseren Start nicht verpassen. Der Leistungsrichter zählte von fünf runter, während Loki doch tatsächlich ein relativ ruhiges Line-Out stand und dann schossen wir los. Bei strömenden Regen flogen wir um die erste Kurve und rannten geradewegs in die erste Pfütze.
Meine Füße waren augenblicklich klitschnass und ich bekam Panik, dass ich hinfallen würde. Bei der zweiten Pfütze fühlte ich mich dann plötzlich an unser erstes Camp Canis erinnert und bei der dritten musste ich tatsächlich an Baywatch denken. Ich glaube zwar nicht, dass ich dabei aussah wie Pamela Anderson in Zeitlupe, aber immerhin war ich bisher nicht gestürzt.
Loki nahm wie immer jede Pfütze mit, die er finden konnte und ich freute mich über jeden Streckenposten den ich fand, denn das bedeutete, dass ich mich noch nicht verlaufen hatte.
 

Schilder und Richtungszeichen im CaniCross

Im CaniCross werden Schilder mit drei verschiedenen Farben benutzt, um die Strecke für die Läufer zu kennzeichnen. Die Farben und ihre Bedeutung:

Rotes Schild = Abbiegung voraus

In etwa 20 Metern kommt eine Abzweigung. Das Schild steht dabei auf der Seite, in deren Richtung man abbiegen muss. Steht das Schild also am rechten Wegesrand, läuft man in rund 20 Metern rechts. Steht es links, läuft man auch nach links.

Blaues Schild = Alles gut, lauf weiter

Dieses Schild wird an zwei unterschiedlichen Stellen benutzt. Etwa 20 Meter nach einer Abzweigung zeigt es dem Läufer an, dass er auf der richtigen Strecke ist. An einer Kreuzung bedeutet es, dass man geradeaus weiterlaufen muss. Ob das Schild links oder rechts steht ist dabei natürlich egal.

Gelbes Schild = Achtung!

Gelbe Schilder sollen den Läufer vor einer Gefahr warnen, die in etwa 20 Meter Entfernung lauert. Das können beispielsweise umgestürzte Bäume sein, scharfe Kurven oder starkes Gefälle. Auf der Strecke zwischen einem gelben Schild und der Gefahrenstelle darf nicht überholt werden.

Überholvorgänge im CaniCross und Geländelauf

Wir wurden bei unserem ersten Wettkampf nicht überholt. Zur Sicherheit hatten wir das aber vorher trainiert. Wenn man jemanden überholen möchte oder überholt werden soll, dann kündigt der Überholende das mit “Trail links” oder “Trail rechts” an. Die Richtung gibt dabei an, auf welcher Seite man vorbeilaufen möchte.

Loki kann noch, ich bin fertig

Ich renne also hinter meinem Hund her und bin mir sicher, dass meine GPS-Uhr vergessen hat zu vibrieren, als ich den ersten Kilometer zurückgelegt hatte, da summt das Gerät plötzlich. Was?! Erst ein Kilometer?! Diese Information demotiviert ich völlig. ‘Nie im Leben schaffe ich es, die gleiche Distanz noch einmal zu laufen!’, denke ich und werfe einen kurzen Blick hinter mich. Niemand in Sicht, dem auffallen würde, wenn ich jetzt ein kleines Stückchen gehen würde. Loki vor mir legt sich dagegen ins Zeug wie selten und lässt nicht zu, dass ich langsamer werde. Ich mobilisiere Kräfte von denen ich nicht wusste, das ich sie habe und lauf noch ein wenig weiter. Doch dann steigt der Trail leicht an und Loki bleibt stehen um aus einer Pfütze zu trinken. Ich gehe schnellen Schrittes weiter, aber Laufen ist gerade nicht mehr drin. Ein Streckenposten grinst mich an und meint “Ich sehe schon, der Hund kann nicht mehr. Ich bezeuge das.” Ich muss lachen und rufe “Der hat einfach keine Kondition”. Danach fühle ich mich wieder beflügelt und laufe weiter. 

Reiß dich zusammen, Mareike!

Der letzte Streckenposten kommt näher und mir liegt ein gepfefferter Fluch auf den Lippen, als ich sehe, dass es sich um ein Kind handelt. Ich schlucke die Bemerkung herunter und bedanke mich lächelnd bei dem jungen Streckenposten. Auf der folgenden Zielgeraden geht auch Loki schließlich die Puste aus und er trabt nur noch ins Ziel, obwohl unsere Teamkameraden sich alle Mühe geben, ihn noch einmal zu Höchstleistungen anzuspornen. Mir soll das nur recht sein, ehe ich doch noch kurz vor der Ziellinie auf dem Hosenboden lande. Am Ende stehen 9 Minuten und 40 Sekunden auf der Uhr und damit meine persönliche Bestzeit.
 

Ein Mal ist kein Mal

Auch wenn der Muskelkater sich mehrere Tage lang hielt, wird das auf jeden Fall nicht unser letzter Geländelauf gewesen sein. Dafür hatten wir vor allem als Team viel zu viel Spaß. Aber jetzt steht erst einmal die Begleithundprüfung auf der Agenda und natürlich das Training für den nächsten Geländelauf.
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