Corona: Das müssen Hundehalter über das Virus und die mögliche Quarantäne wissen

Corona Das müssen Hundehalter über den Virus und die mögliche Quarantäne wissen. Informationen zum Gassigehen und zur Beschäftigung des Hundes in Quarantäne
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Von Mareike Meyer

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Eigentlich wollte ich heute einen Beitrag über die beginnende Brut- und Setzzeit veröffentlichen, aber dann kam eine Krankheit dazwischen, die wie eine Biersorte heißt: Corona. Das Virus und die dadurch ausgelöste Pandemie sind gerade in aller Munde, denn unser aller Alltag wird durch die Ausbreitung der Krankheit stark beeinflusst. In mehreren europäischen Ländern herrscht mittlerweile Ausnahmezustand und immer mehr Gebiete werden vom Robert Koch Institut als Risikogebiete eingestuft. Auch die Anzahl der Menschen, die in Quarantäne bleiben müssen, wird immer größer. Das ist für niemanden besonders leicht, aber Hundehalter müssen sich zusätzlich noch Gedanken darüber machen, ob und wie sie mit ihrem Hund rausgehen können, wie sie ihren Vierbeiner zwei Wochen lang zuhause auslasten können oder ob sie ihren Hund vielleicht weggeben müssen für die Zeit der Quarantäne.
 

Wieso Corona niemandem egal sein sollte

“Ich bin jung und gesund, mir passiert schon nicht”, “Krank werden wir so oder so, also wieso sollte ich mein Verhalten ändern?” und mein persönlicher Favorit: “Die Grippe ist viel schlimmer”. Diese Sätze und einige weitere habt ihr in der letzten Zeit wahrscheinlich auch häufiger gehört oder vielleicht auch selbst gesagt. Ich kann das verstehen, aber seid auch offen für Argumente und informiert euch. Es geht schon lange nicht mehr darum, das Virus aufzuhalten. Unser oberstes Ziel kann es nur sein, die Ausbreitung zu verlangsamen. Ja, ein Gros der Bevölkerung wird wohl krank werden und ja, die meisten sind jung und gesund und werden das relativ gut wegstecken. Aber was ist mit dem Rest? Was ist mit älteren oder kranken Menschen? Können wir wirklich so egoistisch sein und auf ihr Wohlergehen pfeifen, weil wir nicht bereit sind, uns ein wenig einzuschränken? Selbst wenn sagen wir 80 Prozent der Deutschen krank würden, macht es einen Unterschied ob diese alle nach und nach oder auf einen Schlag erkranken.
Dazu hier mal eine Grafik der Bundesregierung.
 
Grafik der Bundesregierung zur Ausbreitung von Corona
Je langsamer das Corona-Virus sich ausbreitet, desto besser für unser Gesundheitssystem. Quelle: bundesregierung.de
Wenn wir alle zeitgleich erkranken, dann crashen wir unser Gesundheitssystem und dann geht es nicht mehr nur darum, dass nicht genug Krankenbetten und Ärzte für Corona-Patienten zur Verfügung stehen. Dann geht es auch um andere Leiden, die ärztliche Behandlung benötigen. Es geht um die gesundheitliche Versorgung in Gänze. Und genau deshalb geht dieses Thema einen jeden von uns etwas an und kann eigentlich niemandem egal sein.

Kann ich meinen Hund anstecken oder ich mich bei ihm?

In beiden Fällen lautet die Antwort aktuell nein. Bislang liegen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) keine Hinweise darauf vor, dass man sich bei seinen Haustieren infizieren kann oder man selbst das Virus an sie überträgt. In den Medien hört und liest man aktuell von einem Hund in Hong Kong, bei dem der Erreger nachgewiesen wurde. Das ist soweit auch richtig. Der Hund lebt im Haushalt eines infizierten Menschen und mit sehr empfindlichen Messmethoden konnten bei ihm geringe Mengen von genetischem Material des Erregers nachgewiesen werden. Der Hund zeigt allerdings keinerlei Symptome. Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI – Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) ist bislang unklar, ob es sich bei dem Hund um eine aktive Infektion handelt oder um eine passive Verunreinigung durch die Virusmengen in der Umgebung des infizierten Haushaltes.
Trotzdem ist Vorsicht natürlich immer besser als Nachsicht. Es empfiehlt sich, den Hund nicht unbedingt durch das Gesicht von Menschen schlecken zu lassen und sich regelmäßig gründliche zu Hände zu waschen (gründliches Händewaschen bedeutet übrigens, dass man sich die Hände mindestens 20 bis 30 Sekunden lang gründlich mit Seife einschäumt).

Hier findet ihr noch einmal alle Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts in einem Dokument zusammengefasst: FAQ – SARS-CoV-2/Covid-19: Welche Rolle spielen Haus- und Nutztiere?

Darf ich mit meinem Hund raus, wenn ich in Quarantäne bin?

Wem eine häusliche Quarantäne verordnet wird, dem droht eine Geld- oder gar Freiheitsstrafe, wenn er dagegen verstößt. Das gilt leider auch für die Gassirunde mit dem Hund. Aber wie steht es um das eigene befriedete Grundstück oder den Balkon? Darf ich gar nicht mehr an die frische Luft? Die gute Nachricht lautet: doch, ihr dürft noch an die frische Luft. Allerdings nur auf den Balkon, die Terrasse oder in den eigenen Garten, sofern sich dort keine nicht-infizierten Menschen aufhalten. Generell gilt, dass man keinen Kontakt zu anderen Personen haben sollte. Das Grundstück sollte also eingezäunt sein und es muss sichergestellt sein, dass andere Personen den Garten nicht betreten.
Beachtet allerdings, dass jedes örtliche Gesundheitsamt eigene Regeln aufstellen kann. Es gibt keine bundesweite Regelung. Im Zweifelsfall erkundigt euch also unbedingt bei dem für euch zuständigen Gesundheitsamt.

Was, wenn ich keinen Garten habe?

Wer keinen Garten besitzt, darf trotzdem nicht einfach mit dem Hund in der Öffentlichkeit Gassi gehen. Es bleibt einem dann leider nichts andere mehr übrig, als Freunde, Verwandte oder Nachbarn um Hilfe zu bitten. Das läuft dann ähnlich ab wie mit den Einkäufen, die dann auch von anderen Leuten erledigt werden müssen. Bei der Übergabe des Hundes, sollte der Kontakt zu den Gassigängern unbedingt vermieden werden. Wer einen Flur hat, könnte diesen als eine Art Schleuse nutzen. Oder ihr leint euren Hund kurz direkt vor eurer Wohnungstür an. Besprecht das allerdings bitte unbedingt ganz genau per Telefon mit den Gassigängern, damit euer Hund nur wenige Augenblicke alleine vor der Tür sitzt. 
Wenn nichts davon möglich ist weil man beispielsweise einen Angsthund hat, der mit niemand anderem mitgeht oder man selbst seinen Hund niemand anderem anvertrauen möchte, der kann seinen Vierbeiner an eine Art Katzenklo gewöhnen. Solche Hundetoiletten können euren Hund allerdings ziemlich durcheinander bringen und es klappt wahrscheinlich auch nicht sofort. Deshalb sollte das nur der letzte Notnagel sein.
 

Wo finde ich Hilfe, wenn ich nicht mehr mit meinem Hund rausgehen kann?

Wer niemanden hat, der mit dem Hund gehen kann, findet in den Sozialen Netzwerken Hilfe. Es gibt beispielsweise eine Facebook-Gruppe, in der sich Gassigänger und Menschen in Quarantäne finden können. Das ganze ist bundesweit organisiert. Man schreibt ein Gesuch oder bietet seine Dienste als Gassigänger an. Sie nennt sich Gassigeher bundesweit – Hilfe bei Quarantäne. Auch für Österreich gibt es eine entsprechende Gruppe: Notfall Tierbetreuung Österreich. 

Wie laste ich meinen Hund in der Quarantäne aus?

Natürlich fallen tägliche stundenlange Spaziergänge, Radfahren oder Dogscootern aus. Aber ihr könnt euren Hund auch geistig auslasten, wenn die Zeit an der frischen Luft etwas knapper ausfallen muss. Wie wäre es beispielsweise mit einer Teebeutel-Suche, einem versteckten Futterbeutel, einem Intelligenzspielzeug oder einem DIY-Schnüffelteppich? Schaut doch einmal in unseren Artikel 7 Tipps wie ihr die Fütterung zu einem Abenteuer macht und gleichzeitig die Bindung stärkt oder trainiert ein paar coole Hundetricks. Einige Anregungen dazu findet ihr in unserer Hundetricks-Rubrik.

Wo bekomme ich allgemeine Informationen zu Corona?

Das Bundesgesundheitsministerium und das Robert Koch Institut versuchen, die Informationen möglichst schnell und gut verständlich zu verbreiten. Die Seiten dieser Institutionen sowie seriöse Medien sollten euch als Informationsquelle dienen. Bitte hinterfragt Meldungen, die ihr per WhatsApp zugeschickt bekommt. Ich selbst habe schon Sprachnachrichten weitergeleitet bekommen, die mich nur fassungslos den Kopf schütteln ließen. Es war die reinste Panikmache und keine der Behauptungen darin hätte einer genauen Überprüfung standgehalten. Eine solche Überprüfung wäre aber auch gar nicht möglich gewesen, denn der Inhalt war sinngemäß so gestaltet, dass jemand der etwas von jemandem gehört habe, den er für vertrauenswürdig hält, beteuert dass eine Information stimmt. 
Hört bitte nicht auf diese hysterischen Fake-Nachrichten und benutzt euren gesunden Menschenverstand.
Wenn ihr den Verdacht habt, eventuell erkrankt zu sein, ruft als erstes euren Hausarzt an. Bitte fahrt nicht direkt in die Praxis! 
 
Weitere wichtige Telefonnummern:
Ärztlicher Bereitschaftsdienst – 116117
Unabhängige Patientenberatung Deutschland – 0800 011 77 22
Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon) – 030 346 465 100
Allgemeine Erstinformation und Kontaktvermittlung – Behördennummer 115
Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte – Fax: 030 / 340 60 66 – 07 info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie) –  https://www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Habt lieber einen Plan statt Panik

Ich bin lieber vorbereitet, als hinter das Nachsehen zu haben. Deshalb habe ich unseren Futter-Vorrat aufgestockt (man kann natürlich auch online bestellen) und würde Loki im Notfall in den Garten lassen. Ich bin wirklich froh, diese Möglichkeit zu haben. Außerdem können wir dann intensiver an unseren Treibball-Skills arbeiten, Schnüffelspiele und Tricktraining machen. Zwischendurch würde ich Freunde oder meine Familie fragen, ob sie mit Loki spazieren gehen könnten.
Falls ihr selbst noch keinen Plan habt, schadet es sicher nicht, sich ein paar Gedanken zu machen. Eventuell könnt ihr auch in einer der genannten Gruppen eure Hilfe anbieten. Wir sollten einander jetzt alle etwas unterstützen.
Update 21. März 2020

Quarantäne vs. Ausgangssperre

Mittlerweile gibt es in Bayern eine Ausgangssperre. Es wird damit gerechnet, dass diese bald für ganz Deutschland kommt. Aus diesem Grund wird wieder vermehrt darüber diskutiert, was man als Hundehalter dann noch darf. Leider werden bei dieser Diskussion vor allen in den sozialen Netzwerken die Begriffe oft vermischt oder gleichgesetzt.

  • Quarantäne

    Wenn man als Corona-Verdachtsfall gilt oder gar infiziert ist, wird eine Quarantäne angeordnet. Dann darf man auch nicht mit dem Hund Gassi gehen. Das macht auch Sinn, denn nur so lässt sich die Ausbreitung wirklich eindämmen. Ihr müsst euch dann leider etwas einfallen lassen wie eben oben im Artikel beschrieben. Man darf schlicht keinen Kontakt zu anderen Personen haben.

  • Ausgangssperre

    Die Ausgangssperre hingegen gilt für alle Bürger, allerdings darf man wichtige und vor allem kurze Wege draußen verrichten. Jedoch nicht grundlos. Man darf einkaufen fahren und Gassi gehen. Auch Wege zu Leuten, die eure Hilfe brauchen, sind erlaubt. Diese müssen allerdings so kurz wie nötig gehalten werden und es muss naher Kontakt zu anderen Menschen vermieden werden.

Quellen

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