Interview: Im Gespräch mit Tierkommunikatorin Nicole Grützbach

Interview: Im Gespräch mit Tierkommunikatorin Nicole Grützbach
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Fotos: Nicole Grützbach

Von Mareike Meyer

[Werbung ohne Auftrag]

Interview: Im Gespräch mit Tierkommunikatorin Nicole Grützbach

Nicole Grützbach (44 Jahre)

ist gelernte Heilpädagogin und arbeitet mittlerweile als selbstständiger Tierhaltercoach bei TIERKONTAKT / www.tierkontakt.eu.

Mit ihren Hunden Muffin und Smilla lebt sie in Lübeck.

Liebe Nicole, hast du Hunde? Erzähle doch kurz, wie sie zu dir kamen.

Nicole Grützbach: Ich lebe mit 2 wunderbaren Hunden, Muffin (13) und Smilla (7), aus dem Auslandstierschutz (Spanien und Russland) zusammen.

Muffin lebt mittlerweile seit 6 Jahren bei mir. Bevor er zu mir kam, lebte er die ersten 7 Jahre seines Lebens in einem spanischen Tierheim. Der Start hier bei uns und in diesem neuen Leben, war mehr als holprig und auf der Suche nach Unterstützung bin ich, schlussendlich, zur Tierkommunikation gekommen.

Smilla bereichert mein Leben seit fast genau 4 Jahren. Sie zog 3 Monate nach dem Tod meiner geliebten Hündin Cuba bei uns ein und hat sich von der ersten Sekunde an in das bestehende Rudel, von damals 2 eigenen und 1 Pflegehündin, eingefügt und sich direkt tief in mein Herz gebohrt. Seitdem sind wir ein Herz und eine Seele und Smilla unterstützt mich ganz wunderbar bei meiner Arbeit.

Was macht ein Tierkommunikator eigentlich genau?

Ein Tierkommunikator übersetzt die Sprache des Tieres für seine Menschen – vergleichbar mit einem Dolmetscher.

Auf welche Weise findet die Kommunikation mit einem Hund statt?

Die Tierkommunikation mit einem Hund, findet genau, wie mit jedem anderen Lebewesen, auf telepathischem Weg statt.

Bei dieser Art der Kommunikation schauen wir nicht, was das Tier uns im Außen zeigt, an Verhalten etc., sondern gehen mit ihm in den mentalen Kontakt. Wir sind dann direkt mit dem Tier verbunden und können alles fragen, sehen, hören und spüren, was das Tier uns sagen, zeigen, hören und fühlen lassen möchte. Auf diese Weise ist es möglich, Themen auf den Grund zu gehen und zu verstehen, die über die Beobachtung von Außen hinausgehen. Es ist sozusagen ein Direktkontakt mit dem Tier – ein Tiergespräch.

Wichtig ist es hierbei zu wissen , dass dieses Tiergespräch, immer die subjektive Sicht des Tieres wiedergibt. Das Tier kann uns nur erzählen, was es selber weiß. Somit ist klar, das ein Tiergespräch, je nachdem, um welches Thema es sich handelt, niemals einen guten Tierarzt, Tierheilpraktiker, Tiertrainer, Tierpsychologe, Tierhaltercoach ersetzt, sondern dessen Arbeit ergänzt.

Wie bist du zur Tierkommunikation gekommen?

Zur Tierkommunikation bin ich vor fast 6 Jahren gekommen, als mein Hund Muffin bei uns eingezogen ist. Er kam aus einem spanischen Tierheim, wo er seit Welpenbeinen an, die ersten 7 Jahre seines Lebens verbracht hat. Angekommen, hier bei uns, in seinem neuen Leben, war er mit allem hoffnungslos überfordert und hat alles und jeden verbellt. Es war deutlich zu sehen und zu spüren, dass er keine solide Basis an Lern- und Lebenserfahrungen hatte, auf die er jetzt, in dieser neuen, für ihn völlig fremden Lebenssituation, zurückgreifen konnte. Rückblickend war es für uns alle eine sehr haarige Zeit, die allen sehr an die Substanz gegangen ist, einfach weil es so schwer war, die richtige Hilfe und Unterstützung für uns und unsere Situation zu finden.

Aber aufgeben war keine Option und so habe ich schlussendlich im Netz gefunden, was ich zu Beginn meiner Suche gar nicht gesucht habe – die Tierkommunikation. Und statt ein Gespräch mit Muffin zu buchen, habe ich mich spontan entschieden, die Tierkommunikation direkt selber zu lernen.

So habe ich im Sommer 2014 meinen ersten TK Basis Kurs bei Catherin Seib in Hamburg mit Staunen absolviert und direkt danach den Aufbau und Profikurs bei ihr gebucht und besucht. Das war der Anfang von Allem und mittlerweile arbeite ich seit letztem Sommer hauptberuflich als Tierhaltercoach.

Kann das jeder lernen?

Ja, absolut!
Wir alle haben diese Fähigkeit, mit anderen Lebewesen telepathisch zu kommunizieren, sie ist uns angeboren. Durch unsere Erziehung und die Anpassung an gesellschaftliche Werte und Normen haben wir das Wissen um diese Fähigkeit vergessen – aber nicht verloren. Somit kann es jederzeit wieder aktiviert werden, wenn wir uns erneut damit beschäftigen.

Kann man mit jedem Tier Kontakt aufnehmen oder gibt es Gründe, wieso eine Kommunikation nicht klappen könnte?

Ja, im Prinzip kann man mit jedem Lebewesen in Kontakt treten.
Gründe, die eine Kommunikation erschweren bzw. verhindern, können zum Beispiel der Kontakt mit vermissten oder schwerst traumatisierten Tieren sein. Diese Tiere stehen unter enormsten Stress und sind dadurch teilweise nur schwer zu erreichen und daher in der Kommunikation schwer zu sprechen.

Wie läuft eine solche Kommunikation ab? Wie kann ein Laie sich das vorstellen?

Die Tierkommunikation oder auch wortlose, intuitive oder telepathische Kommunikation bezeichnet die Fähigkeit, sich mit Hilfe intuitiver Wahrnehmung mit einem Tier zu verständigen. Diese Art der Verständigung überwindet Raum- und Zeitgrenzen. So bedeutet Telepathie (griechisch) auch: „Aus der Ferne empfangen“ oder „aus der Ferne empfinden“.

Botschaften werden mit allen Sinnen empfangen und gesendet – nonverbal. Auf dieser medialen Ebene kommunizieren wir anhand von Bildern, Gedanken und Gefühlen. Ich denke, jeder Tierkommunikator hat seine eigene Arbeits- und Herangehensweise, seine eigene Technik. Ich nutze z.B. das Foto, das ich vom Tier bekommen habe, als Kontaktadresse und stimme mich damit auf das Tier ein und nehme mentalen Kontakt mit ihm auf. Dann nehme ich mir Zeit, alles wahrzunehmen, was da zu Beginn unseres Kontaktes kommt – Emotionen, Bilder, Worte, Impulse. Nach diesem ersten Eindruck, manchmal auch schon währenddessen – das Ganze geht oft sehr schnell – stelle ich mich dem Tier vor und erzähle ihm, wer ich bin, wer mich zu ihm geschickt hat, was ich Schönes mit ihm vorhabe und was die Themen für unser Gespräch sind.

Da jedes Gespräch individuell ist, lasse ich mich gerne von dem Tier und seiner Energie inspirieren, leiten und führen. Ich fühle, wann ich, auf welche Weise, Themen ansprechen oder Fragen stellen kann / darf und nehme dabei das Tempo des jeweiligen Tieres als meinen Maßstab für unser Gespräch.

Wenn ich merke, das wir an Stellen kommen, die schwierig sind, weil es sich vielleicht um emotional belastete Themen handelt, unterstütze ich das Tier sehr gerne mit Energiearbeit, das hilft jedes Mal sehr.

Wenn wir alles benannt und besprochen haben und das Tier Zeit hatte, seine Herzensangelegenheiten, Wünsche und Botschaften auszusprechen, beende ich das Gespräch, indem ich mich bedanke und die Verbindung wieder trenne.

Muss der Hund anwesend sein, um mit ihm in Kontakt zu treten?

Nein, das ist für die telepathische Kommunikation nicht notwendig. Ich arbeite, bis auf bei meinen eigenen Tieren und Wildtieren, ausschließlich über die Ferne und muss ehrlich sagen, dass das mehr mein Ding ist, als wenn das Tier persönlich anwesend ist

Was benötigst du für die Kommunikation?

Ich frage immer nach einem Foto von dem Tier mit dem ich sprechen möchte, das ist meine Methode der Kontaktaufnahme. Dazu lasse ich mir gerne den Namen und das Alter des Tieres geben. Für das Gespräch an sich frage ich nach einem Thema.

Was erzählen dir die Tiere und wie?

Die Tiere erzählen mir von sich, von ihrem Leben, von ihren Menschen. Sie erzählen und zeigen mir, wie sie leben, was sie mögen und was nicht, was sie gerne tun und was sie vielleicht für Wünsche haben. Sie zeigen mir Bilder, manchmal kleine Filme und lassen mich ihre Emotionen spüren. Sehr gerne beantworten sie die Fragen ihrer Menschen und sind, bis auf einige sehr wenige Ausnahmen, unglaublich offen und erfreut über die Kontaktaufnahme.

Mit welchen Anliegen kommen die Menschen zu dir, die dich bitten mit ihrem Hund Kontakt aufzunehmen?

Die Anliegen, mit denen die Menschen zu mir kommen, sind ganz unterschiedlich und immer sehr individuell.

Sie reichen von Fragen zu gesundheitlichen Themen und Problemen, über seelisch / emotionale Themen ( Ängste / Unsicherheiten, plötzlich verändertes Verhalten ) bis hin zu ganz pragmatischen Themen, wie der Vorbereitung auf einen Umzug, einen tierischen Neuzugang oder die Geburt eines Kindes.

In letzter Zeit spreche ich auch viel mit Tieren, die auf dem Weg sind, dieses Leben zu verlassen und mit Tieren, die bereits auf der anderen Seite angekommen sind. Diese Gespräche sind immer unglaublich intensiv und berühren mich sehr.

Reicht es, einmal mit einem Hund zu kommunizieren, um Probleme zu lösen?

Ich sage mal so, es reicht auf jeden Fall, um über das jeweilige Problem bzw. Thema zu sprechen. Denn je nachdem, um was es geht, braucht es danach im Außen die Mitwirkung, Hilfe und Unterstützung der Menschen, um eine – für alle Seiten – gute Lösung zu finden. Ich habe es schon sehr oft erlebt, das diese Gespräche Türen öffnen und die Menschen ihre Tiere und damit deren momentane Situation / Beweggründe für Verhalten / Ursachen für Ängste und Unsicherheiten etc. besser verstehen und somit auch besser unterstützen können. Verstehen ist für mich der erste Schritt zu Verständnis und öffnet einen großen Raum der Möglichkeiten auf einem gemeinsamen Weg zur Problemlösung.

Welcher Fall ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Eine sehr schöne und zugleich auch schwierige Frage.

Ich spreche jetzt seit mehr als 5 Jahren mit Tieren und jedes einzelne Gespräch ist besonders und individuell, aber natürlich gibt es immer wieder auch Gespräche, die besonders herausstechen.

So zum Beispiel der Kontakt mit einer vermissten Hündin, die erst kürzlich über einen wunderbaren Tierschutzverein in ihr neues Zuhause gezogen war und nur kurze Zeit später, durch einen unglücklichen Umstand (sie hatte sich erschrocken), zur Haustür heraus gelangt war. Jetzt irrte sie, in der ihr völlig fremden Gegend, umher und fand vor Angst und Schreck nicht mehr den Weg zurück in ihr neues Zuhause.

Als mich die Tierschützerin kontaktierte, stimmte ich sofort zu, die Suche nach der Hündin via Tierkommunikation zu unterstützen, obwohl ich mittlerweile nicht mehr mit vermissten Tiere arbeite.

Als ich mit der Hündin Kontakt aufnahm, war sie sehr verschreckt, aber auch sehr erschöpft, müde und verzweifelt. Ich erklärte ihr, das bereits alle unermüdlich nach ihr suchen, niemand ihr böse ist und das sich ihre Menschen sehnlichst wünschen, sie zu finden und sie wieder nach Hause zu holen.
Ich sah sie auf einer weiten Wiese / einem Feld und bat sie, sich zu zeigen, wenn sie Menschen in der Ferne sehen würde, damit ihr geholfen werden konnte. Ich erzählte ihr, das auch die ihr bekannte Tierschützerin extra gekommen ist und mit nach ihr sucht. Zu dem Gesagten und Gezeigten, unterstützte ich die Hündin zusätzlich mit einer energetischen Behandlung und bat sie eindringlich, bei Sichtkontakt mit Menschen, ihren ganzen Mut zusammenzunehmen, sich einen Ruck zu geben und zu ihnen zu laufen.

Noch am selben Tag konnte die Hündin gefunden und wieder in ihr neues Zuhause gebracht werden. Die glückliche Finderin war tatsächlich die Tierschützerin, die mich um Unterstützung gebeten hatte und sie berichtete mir, das sie die Hündin auf einem weiten Feld, durch Zufall entdeckt hatte, als sie sich eigentlich schon wieder auf den Rückweg nach Hause machen wollte. Die Hündin stand dort, in weiter Ferne und es schien, als ob sie sie erst eine zeitlang aus der Ferne beobachtet hatte und dann, nach einer Weile, so als würde sie all ihren Mut zusammennehmen, auf sie zugelaufen kam und in ihre Arme sank.

Ein anderes Beispiel für einen Tierkontakt, der mich sehr berührt hat, ist ein Gespräch mit einer Katzendame, das ich vor ca. 2 Jahren geführt habe. Der Katze ging es damals sehr schlecht und ihr Frauchen kam grade aus der Tierklinik mit einer niederschmetternden Diagnose und der Empfehlung, die Katze von ihrem Leid zu erlösen. Nun war sie auf der Suche nach einer Antwort, ob ihre Katzenfreundin noch Lebenswillen hat oder lieber diese Welt verlassen möchte.

In meinem Kontakt mit der Katze, war direkt von Anfang an ein riesiger Lebenswillen zu spüren und die Katze sagte mir, das sie noch bleiben möchte. Es war für sie noch nicht an der Zeit, diese Welt zu verlassen.

Was dann passierte war nahezu magisch – sie konnte sich fast komplett erholen und lebte noch 2 weitere Jahre sehr glücklich und behütet bei ihrer geliebten Menschenfreundin, bevor sie jetzt vor kurzem dieses Leben verlassen hat.

Das ausführliche Feedback zu meiner Arbeit in diesem Fall, könnt ihr auch auf meiner Seite nachlesen.

Wie reagieren die Tiere? Sind sie erleichtert, endlich verstanden zu werden?

Ja, absolut.

Sehr oft werden sie auch schon von ihren Menschen sehr gut verstanden und freuen sich darüber, ihre Sicht der Dinge erzählen zu dürfen und ihren Beitrag zu dem Thema beisteuern zu können.

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