Hundefotografie: 7 Tipps mit denen du das perfekte Foto von deinem Hund machst

Hundefotografie: 7 Tipps für das perfekte Hundefoto
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Von Mareike Meyer

Ihr scrollt durch Instagram oder Facebook und bewundert die tollen Bilder anderer Leute in den Hundegruppen oder unter den Hundehashtags und fragt euch, wie sie das hinbekommen haben? Die gute Nachricht: Das ist kein Hexenwerk. Die Schlechte: Neben der passenden Ausrüstung braucht es einiges an Übung. Aber es gibt ein paar Dinge auf die man achten kann und die die Wahrscheinlichkeit stark erhöhen, ein tolles Hundefoto zu schießen. Lest hier, worauf ich beim Fotografieren meines Hundes besonders achte.
 

Die Location für das Fotoshooting

Anfangs dachte ich oft, ich gehe einfach in den Wald und mache tolle Hundefotos, aber so einfach ist das leider gar nicht. Selbst bei Portraitbildern eures Hundes ist das Hintergrund und somit die Location sehr wichtig. Natürlich können auch auf diese Art tolle Bilder entstehen, allerdings rate ich euch dazu, immer mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Haltet doch einfach bei jedem Spaziergang Ausschau nach tollen Orten zum Fotografieren und kehrt mit eurer Fotoausrüstung noch einmal dorthin zurück. 
 
Störende Dinge aus dem Bild räumen
Eine tolle Location sollte einen möglichst ruhigen Hintergrund für euer Foto liefern und somit euren Hund besonders in den Fokus rücken. Wenn im Hintergrund oder auf dem Boden etwas herumliegt, was das Bild stören könnte, macht euch die Arbeit und räumt es weg. Das klingt zwar komisch, aber ich habe schon sehr oft den Wald umgeräumt, wenn Äste oder Ähnliches im Weg waren. Natürlich kann man solche Dinge auch hinterher im Rahmen der Bildbearbeitung wegretuschieren, aber es ist wesentlich einfach, sie direkt an Ort und Stelle zu beseitigen. 
 
Reizarm und sicher
Um es eurem Hund ein wenig leichter zu machen, solltet ihr möglichst reizarme Locations für eure Fotoshootings aussuchen. Um es euch selbst leichter zu machen, ist es von Vorteil, wenn euer Hund ein absolut sicheres SitzPlatz und Bleib beherrscht. Auch sehr schön für Fotos ist das Kommando Steh. Aber auch kleine Tricks wie Männchen oder den Kopf auf dem Boden ablegen, wirken sehr süß auf Bildern. 
Ideal wäre eine abgesicherte Location an der ihr euren Hund ohne Leine und Halsband fotografieren könnt.
 

Das beste Licht für Hundefotos

Wenn man draußen fotografiert hat man anders als im Studio keine komplette Kontrolle über die Lichtstimmung, aber man kann sie ein wenig beeinflussen indem man sich den Begebenheiten anpasst. Das schönste Licht für Fotos gibt es immer am Morgen und am Abend. Die pralle Mittagssonne wirft viel zu harte Schatten und es gehen Farben und Details verloren. In der Regel sagt man, dass man eine Stunde nach Sonnenauf- und eine Stunde vor Sonnenuntergang das beste Licht für Fotos hat.
 
Nicht blitzen
Wenn es allerdings schon etwas dunkler ist, könnte es sein, dass eure Kamera den Blitz auslösen möchte um das Motiv aufzuhellen. Bitte blitzt nicht. Ändert die Einstellungen oder lasst es für diesen Tag gut sein mit Fotos, aber blitzt nicht. Neben den bekannten roten Augen kommt es durch das Blitzen auch zu extrem hartem Licht und fiesen Schatten. 
 

Auf Augenhöhe mit dem Hund sein

Jetzt wird es sportlich: begebt euch auf die Knie oder legt euch auf den Bauch – Alles ist erlaubt, damit ihr mit eurem Hund auf Augenhöhe kommt. Ich habe beispielsweise immer eine Rettungsdecke in meinem Fotorucksack. Die lässt sich super klein zusammenfalten und dient mir als Unterlage beim Fotografieren, denn ich lege mich immer auf den Bauch um Loki abzulichten. Ihr könnt natürlich auch eine Isomatte dafür nehmen oder ganz auf eine Unterlage verzichten. Die Rettungsdecke mit ihrer silbernen und ihrer goldenen Seite hat den Vorteil, dass ich sie notfalls sogar als Reflektor einsetzen kann. Allerdings brauche ich dafür einen Helfer bei dem Fotoshooting.
 
Auf die Horizontlinie achten
Ob ihr auf der richtigen Höhe seid, könnt ihr mit Hilfe der Horizontlinie kontrollieren. Diese sollte nicht durch den Kopf des Hundes schneiden und auch nicht über dem Kopf eures Hunde liegen. Verläuft die Horizontlinie unterhalb des Hundekopfes, seid ihr auf der richtigen Höhe.
Hundefotografie: 7 Tipps für das perfekte Hundefoto horizontlinie
So sollte es nicht aussehen: Die Horizontlinie schneidet durch Lokis Kopf, weil ich mit der Kamera nicht tief genug unten war.
Hundefotografie: 7 Tipps für das perfekte Hundefoto horizontlinie
Das ist besser: Die Horizontlinie liegt unterhalb des Hundkopfes. Das ist ideale Position. Für das Bild habe ich auf dem Bauch gelegen.

Helfende Hände 

Generell ist es sinnvoll, einen Helfer hinzu zu bitten, der beispielsweise hinter euch steht und die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich zieht oder der die Leine hält, während ihr fotografiert. Wenn ihr alleine seid, ist es oft schwieriger gute Fotos zu machen. Vor allem in Gegenden, die viel zu bieten haben. Im Wald ist es zum Beispiel recht schwierig, Lokis Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn ich alleine bin. Ich muss dann gefühlt tausend Dinge auf einmal hinbekommen – Auf meine Umgebung achten damit nicht irgendwie ein Hase aufspringt, Loki im Gehorsam halten, Auf das Licht und die Schatten achten, die Kamera einstellen, Lokis Blick auf mich lenken und das alles auf dem Bauch liegend im Wald. Meistens wünsche ich mir in solchen Momenten einen Helfer.
 

Bestechung für bessere Hundefotos

Auch wenn man als Hundehalter immer irgendwie den Anspruch hat, dass der Hund etwas uns zu liebe tut: Die meisten Hunde sind käuflich. Und das könnt ihr euch für eure Fotos zunutze machen. Loki bekommt für jedes Foto einen Keks und das weiß er auch. So freut er sich auf das fotografieren und schaut öfter aufmerksam zu mir. Außerdem hilft ein hochgehaltenes Leckerlie, dass euer Hund den Mund schließt und nicht hechelt. Eine heraushängende Zunge sieht auf Hundefotos meistens eher nicht gut aus. Auch ein Spielzeug mit einem Quietschie kann euch dabei helfen, dass euer Hund zu ein sieht.
 
Macht euch zum Affen
Wenn ihr mich beim Fotografieren sehen würdet, würdet ihr mich wohl für völlig übergeschnappt halten. Ich geben die seltsamen Geräusche von mir und mache mich komplett zum Affen, um Lokis Aufmerksamkeit zu erlangen. Habt davor also keine Scheu. Er ein gutes Foto machen möchte, muss dafür auch etwas leisten.
 

Bildgestaltung in der Fotografie

Zeit für ein bisschen Theorie! Ich weiß, darauf freut sich wahrscheinlich niemand, aber es kann euch wirklich helfen, bessere Hundebilder zu machen. Beim Bildaufbau geht es darum, wo ihr euren Hund innerhalb des Bildes positioniert. Ein Hauptmotiv in der Mitte eines Bildes wirkt oft eher langweilig und undynamisch.
 
Die Drittel-Regel
Dies ist wohl die simpelste Regel und findet bei mir fast immer Anwendung. Bei der Drittel-Regel legt man praktisch ein Gitter mit zwei horizontalen und zwei vertikalen Linien auf. das Bild So entstehen neun gleich große Rechtecke. Das Bild wird also im Prinzip horizontal und vertikal gedrittelt – deshalb Drittel-Regel. Das Hauptmotiv des Bildes sollte an einer der Stellen sein, an denen sich die gedachten Linien kreuzen. 
 
Der Goldene Schnitt
Der Goldene Schnitt ist da schon etwas komplizierter. Er kann mit einer Formel berechnet werden. Man kann sich aber auch merken, dass die Kanten des Bildes im Verhältnis 61,8% und 38,2% aufgeteilt werden. Am Ende entsteht so ebenfalls ein Raste mit 9 Rechtecken, allerdings sind diese nicht gleich groß. Das Rechteck in der Mitte ist kleiner als die anderen. Die Weiterführung des Goldenen Schnittes ist die Goldene Spirale. Wenn ihr euch damit tiefer befassen möchtet, kann ich euch die Seite Fotos-Kurs.com ans Herz legen. Allerdings finde ich persönlich, dass es vollkommen ausreichend ist, mit der Drittel-Regel zu arbeiten.
Hundefotografie: 7 Tipps für das perfekte Hundefoto Drittel-Regel
Hier findet die Drittel-Regel Anwendung. Lokis Kopf ist genau an einer der Steller an der sich die Gitterlinien treffen.
Der Goldene Schnitt Der Goldene Schnitt ist da schon etwas komplizierter. Er kann mit einer Formel berechnet werden. Man kann sich aber auch merken, dass die Kanten des Bildes im Verhältnis 61,8% und 38,2% aufgeteilt werden. Am Ende entsteht so ebenfalls ein Raste mit 9 Rechtecken, allerdings sind diese nicht gleich groß. Das Rechteck in der Mitte ist kleiner als die anderen. Die Weiterführung des Goldenen Schnittes ist die Goldene Spirale. Wenn ihr euch damit tiefer befassen möchtet, kann ich euch die Seite Fotos-Kurs.com ans Herz legen. Allerdings finde ich persönlich, dass es vollkommen ausreichend ist, mit der Drittel-Regel zu arbeiten.
Beim Goldenen Schnitt ist das mittlere Rechteck kleiner als die anderen. Auch hier ist Lokis Kopf an einem der Kreuzpunkte.
Hilfslinien für den Beschnitt in Lightroom anzeigen lassen
Wenn ihr eure Bilder in Lightroom beschneidet, könnt ihr euch von dem Programm Hilfslinien für viele verschiedene Bildgestaltungsarten anzeigen lassen. Geht dafür einfach während ihr das Freistellungstool aktiviert habt oben in der Startleiste auf “Werkzeuge”, dann auf “Freistellungsüberlagerung” und wählt die Regel aus, deren Linien euch angezeigt werden sollen. Wenn ihr nun das Freistellungstool benutzt, zeigt Lightroom euch die entsprechenden Linien an.
 

Fotos mit einem schönen Bokeh machen

Als Bokeh bezeichnet man in der Fotografie den Unschärfebereich. In den meisten Fällen ist das der Hintergrund. Aber auch der Vordergrund kann in diesem Bereich liegen. Diese Unschärfe sorgt dafür, dass der Blick des Betrachters auf das Hauptmotiv gelenkt wird. Der Fokus sollte immer auf den Augen eures Hundes liegen. Je stärker das Bokeh ist, desto kleiner ist im Umkehrschluss auch der Schärfebereich und das sorgt dafür, dass ihr wirklich aufpassen müsst, um diese scharf zu bekommen. 
 
Der Autofokus
Um ein schönes Bokeh bei euren Hundebildern zu erzeugen, muss man sich ein wenig mit der Technik und den Einstellungen seiner Kamera beschäftigen. Als erstes solltet ihr das Messfeld des Autofokus auf manuell stellen und dadurch nur einen Punkt festlegen, der geschärft wird. Mit diesem Punkt solltet ihr entsprechend auf die Augen eures Hundes zielen. 
 
Die Blende
Als nächstes solltet ihr so offenblendig wie möglich fotografieren. Das hängt von eurem Objektiv ab. Je kleiner die angezeigte Zahl bei der Blende, desto offener ist sie. Ich fotografiere am liebsten mit der Blende f/1.8. Wenn euch der Schärfebereich zu klein ist, könnt ihr die Blende auch ein wenig weiter schließen. 
 
Die Distanz
Ein weiterer Faktor der für das Bokeh eine wichtige Rolle spielt sind die Abstände zwischen eurem Hund, dem Hintergrund und euch. Generell solltet zwischen dem Hintergrund und eurem Hund eine möglichst große Distanz liegen. Wie nah ihr an eurem Hund dran sein müsst, hängt von eurem Objektiv ab. Mit einer kurzen Brennweite, solltet ihr recht nah an euer Foto-Objekt herangehen. Ich benutze oft eine 50mm Festbrennweite für Portraits. Damit bin ich sehr nah an Loki dran. Für Ganzkörperaufnahmen eignet sich dieses Objektiv allerdings weniger gut, wenn ich ein schönes Bokeh haben möchte.
Wenn ihr mit einem Teleobjektiv fotografiert, solltet ihr ziemlich weit von eurem Hund entfernt sein und so nah wie möglich heranzoomen. Für Ganzkörperfotos nutze ich beispielsweise ein 70-300mm-Objektiv und zoome komplett heran. Wenn ihr mit einem solchen Objektiv fotografiert, solltet ihr darauf achten, dass die Verschlusszeit immer eine größere Zahl hat als die Brennweite eures Objektivs. Wenn ihr also beispielsweise auf 300mm heranzoomt, sollte die Verschlusszeit mindestens 1/320 betragen. Auch 1/500 oder 1/1000 wären möglich. 1/100 hingegen solltet ihr nicht nehmen. So minimiert ihr die Gefahr, dass euer Hundefoto verwackelt. 
 

Habt Geduld 

Das wichtigste ist allerdings, dass ihr und euer Hund Spaß am Fotografieren habt. Wenn ihr euren Hund überfordert und er die Lust verliert, wird man das euren Fotos ansehen. Fotografiert also nur, solange euer Hund motiviert und mit Spaß dabei ist. Alles andere ist sowohl für ihn als auch für euch frustrierend. 
 

Geheimtipp für schwarze und weiße Hunde

Wenn ihr einen sehr hellen oder einen sehr dunklen Hund habt, kann euch das vor ein paar Probleme bei euren Hundefotos stellen. Bei Loki ist es beispielsweise sehr oft so, dass der Hintergrund ausgebrannt ist, wenn Loki richtig belichtet wird. Bei hellen Hunden kann es passieren, dass der Hintergrund zu dunkel gerät, wenn der Hund richtig belichtet ist. Deshalb belichte ich bei Loki immer ein bis zwei Stufen unter und helle ihn später in Lightroom wieder auf. Bei hellen Hunden würde ich dementsprechend ein bis zwei Stufen überbelichten. Wichtig ist, darauf zu achten, dass dadurch keine Bildinformationen verloren gehen.
 

Geheimtipp für Handyfotografen

Dieser Beitrag bezieht sich natürlich hauptsächlich auf Bilder, die mit richtigen Kameras gemacht werden. Vorzugsweise mit Spiegelreflexkameras. Aber einige dieser Tipps könnt ihr auch mit einer Handykamera umsetzen. Dazu empfehle ich euch die kostenlose Lightroom-App. Mit dieser könnt ihr nicht nur Fotos bearbeiten, sondern auch aufnehmen. Klickt euch doch einmal durch die Einstellungen der App. Es ist beispielsweise möglich, euch den Goldenen Schnitt oder ein Drittel-Raster anzeigen zu lassen beim Fotografieren. Auch den genauen Schärfebereich könnt ihr mit der App regulieren und sie zeigt euch zudem farblich an, welche Stellen gerade im Fokus sind.
Ein weiterer Vorteil der App: Ihr könnt die Bilder direkt sehr gut bearbeiten. Dazu solltet ihr die Bilder allerdings direkt im DNG-Format aufnehmen, denn diese speichern mehr Bildinformationen als normale JGP-Fotos. 
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