Lokis Tagebuch: Wasser von oben (20. Juli 2019)

Regen und Gewitter im Hundesportverein
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Von Mareike Meyer

Liebes Tagebuch,

ich denke, die Olle ist jetzt endgültig übergeschnappt. Sie hat mich heute eine halbe Ewigkeit durch den Regen gejagt. Aber von vorne: Eigentlich begann alles wie immer. Wir waren einmal mehr spät dran. Die Olle eilte durchs Haus, sammelte irgendwelche Sachen zusammen und schnitt noch schnell ein paar Stückchen Trainingswurst für mich. Immer wenn sie das macht, fahren wir an einen traumhaft schönen Ort, den die Menschen “Hundesportverein” oder “Hundeplatz” oder so nennen. 
Mir ist es eigentlich egal, wie der Ort heißt, was zählt ist, dass es dort so viele andere Hunde gibt und dass ich da immer ganz viele Leckerchen bekomme. Und die Leute auf diesem Platz sind toll! Jeder von ihnen riecht nach irgend etwas Leckerem und wenn ich ganz lieb zu ihnen bin, bekomme ich auch immer etwas aus einer der vielen Taschen, die sie an ihrem Ersatzfell haben. Ganz besonders gerne mag ich einen Mann, der immer so tolle Sachen wie gekochte Hühnerherzen oder etwas in der Art dabei hat. Er ist einer der Trainer dort, sagt die Olle. Der erste Kurs, den ich mit ihr besucht habe, war bei diesem Mann. Immer wenn ich ihn sehe, laufe ich direkt zu ihm und packe meine schönste Begrüßung aus, damit er im Gegenzug ein paar Hühnerherzen auspackt.
Aber zurück zu diesem “Hundeplatz”. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der dafür da, dass die Olle lernt, meine Leine anständig zu halten und schön gerade neben mir zu gehen. Und wenn ich mich hinsetze, muss sie stehenbleiben und wenn ich meine Ruhe haben will, muss sie einige Schritte weit weggehen und mit dem Rücken zu mir stehen, damit sie mich nicht nervt. Oder irgendwie so in der Art. In der letzten Zeit ist die Olle öfter etwas frustriert, weil sie die Übungen offenbar einfach nicht so gut hinbekommt, aber ich bin zuversichtlich, dass ich ihr das schon noch beigebracht kriege.
Wir fuhren also auf den Platz und alles war wie immer. Die Olle holte mir eine Schale Wasser, wie ich es ihr beigebracht hatte, und ich wartete im Auto darauf, dass ich mit ihr trainieren konnte, als es plötzlich anfing, aus Eimern zu regnen. Da war auch ganz viel Licht und wahnsinnig lauter Krach. Die Menschen haben “Gewitter” dazu gesagt und irgendwas von “Unwetterwarnung” gefaselt. Die Olle kam schnell angelaufen und hat die große Autotür hinten, wo meine Box steht, zugemacht. So konnte ich zumindest nicht nass werden, aber lange währte dieser Zustand nicht. 
Irgendwann bestand die Olle darauf, dass ich aussteige. Ich weis wirklich nicht, was sie sich dabei gedacht hat. Es regnete zwar nicht mehr ganz so stark, aber überall waren große Pfützen. Dort sollte ich mich wirklich hinsetzen?! Darauf hatte ich so gar keine Lust, aber die Olle wollte unbedingt trainieren. Ich glaube, ich habe sie in letzter Zeit nicht genug ausgelastet. Das hat sich heute gerächt. Ich bin also mit ihr und ein paar anderen Hunden und ihren Menschen losgelaufen und habe wirklich versucht, mich zu beeilen. Ich habe gezogen wie verrückt, aber sie ist so schwer und ich konnte sie kein Stück dazu bewegen, mal etwas schneller zu laufen. 
Unser Trainer wollte heute einmal nicht auf dem Platz trainieren. Er sagte, wir müssten den Straßenteil für die Begleithundeprüfung üben. Bitteschön. Dann also in Richtung Straße. Unser Trainer fuhr mit einem Fahrrad an uns vorbei und ich habe mir schon Sorgen gemacht, aber die Olle hat gar nicht darauf reagiert. Ich war wirklich sehr stolz auf sie an dieser Stelle.
Nach und nach wurde der Regen wieder stärker und ich probierte es mit Nörgeln. Wie sollte ich der Ollen nur begreiflich machen, dass ich bei dem Wetter keine Lust auf Training hatte? Als wir schon eine Weile gelaufen waren, zeigte sie endlich etwas Einsicht. Sie machte meine Leine unter einem Baum fest, damit ich nicht mehr so viel Regen abbekam und ging selbst zurück in den Regen und um die Ecke. Wahrscheinlich war es ihr unangenehm, dass sie mich dazu zwang und sie wollte mir nicht mehr unter die Augen treten. Unser Trainer holte sie irgendwann zurück und wir traten endlich den Weg zurück zum Parkplatz an. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon komplett nass und auch der Ollen klebte ihr weniges Fell am Kopf und der Regen tropfte ihr von der Nase.
Am Parkplatz des “Hundeplatzes” kamen noch ein paar Leute aus dem Verein hinzu und stellten sich im Kreis auf. Ich sollte mit der Ollen zwischen ihnen hindurch laufen. Ich denke, der Sinn dahinter ist, dass ich die Truppen inspiziere. Ähnlich wie beim Militär. Ich habe an ein paar von ihnen geschnüffelt, darüber war die Olle nicht glücklich, aber wie gesagt: Die Leute auf dem Hundeplatz riechen alle wirklich sehr gut. 
Danach sollte ich noch kurz stillhalten und unser Trainer hat mit so einem seltsamen Teil etwas an meinem Hals und Nacken gesucht. Danach konnte ich endlich nach Hause. Ich war wirklich klitschnass. Liebes Tagebuch, ich bin nun wahrlich nicht pingelig, aber Wasser ist einfach nicht mein Element. Dabei ist es mir auch egal, ob es von unten oder von oben kommt. Nass sein ist doof. Punkt.
 

Loki

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2 comments

  1. Lieber Loki,

    ich finde es toll, dass Du mit Deiner Ollen so viel übst und dabei doch recht rücksichtsvoll bist 🙂 Nicht jeder Hund hat so ein tolles Trainingsgelände – und dann noch andere Menschen, die auch noch lecker riechen.
    Was die Sache mit dem Wasser angeht, da versteht Dich hier leider keiner – meine Beiden finden Wasser echt toll … egal ob von unten oder oben. Nur die gefrorene Variante in Hagelform ist hier total unbeliebt (gibt es aber zum Glück nur ganz selten bei uns)!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    1. Liebe Isabella,

      Loki gibt sich wirklich viel Mühe beim Training. Aber es ist leider nicht immer leicht 😉
      Wasser in jeder Form, ist einfach überhaupt nicht sein Element.

      Liebe Grüße,
      Mareike mit Loki

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